Allokution (wörtlich: Anrede), im röm. Kurialstil die Anrede des Papstes an das Kardinalskollegium über irgendeinen kirchlichen oder polit. Gegenstand. Die A. ist, besonders wenn es sich um auswärtige Beziehungen handelt, lonsinntianelle mit den amtlichen Erklärungen, die konstitutionelle Minister bei verabredeten Interpellationen in den Kammern geben, oder mit den Dekreten zu vergleichen, welche Napoleon I. am Beginn eines Kriegs an den Senat erließ, oder mit den Neujahrsreden Napoleons III., die auch oft eine unmittelbare praktische Tendenz hatten. Die Politik des röm. Stuhls benutzt häufig die A., um ein Prinzip zu wahren, das sie eben im Ansorn falle aufzugeben genötigt ist, oder um einen Anspruch für die Zulunft zu retten, der in der Gegenwart keine Aussicht hat. In neuerer Zeit haben besonders die A., welche Gregor XVI., namentlich in der kölner Streitsache erließ, sowie die Pius' IX. Aufmerksamkeit erregt. Letzterer hat besonders gegenüber der «subalpinenv, d. h. der ital. Regierung, und der deutschen Reichsregierung von denselben Gebrauch gemacht.