Allston (ashingtom), nordamerik. Maler und Dichter, geb. 5. Nov. 1779 zu Brook Green bei Georgetown in Südcarolina, studierte auf dem Harvard-College in Cambridge, wendete sich jedoch dann der Malerei zu. Er ging 1801 zur weitern Ausbildung auf die Akademie zu London, und 1804 begab er sich über Paris nach Rom und lebte hier mit Thorwaldsen und Coleridge in vertrauter Freundschaft. Nach kurzem Aufenthalt in Amerika seit 1809 wendete er sich 1811 abermals nach England, wo er den großen Preis der British Institution gewann. Nachdem er 1818 mit Leslie nochmals Paris besucht hatte und 1819 zum Mitgliede der —* Akademie ernannt worden, kehrte er nach Amerika zurück, lebte zu Cambridgeport bei Boston der Kunst und den Musen und starb daselbst 8. Juli 1843. Die Stoffe für seine Gemälde sind meist der biblischen Geschichte entnommen, wie Jakobs Traum, Elias in der Wüste, Saul und die Hexe von Endor, die Befreiung des Petrus aus dem lblssiales u. s. w. Das Fest Belsazars, ein kolossales Gemälde, blieb unvollendet. Der Stil A.s ist großartig, seine Ideen sind geistreich; in manchen seiner Werke ist wahrer poetischer Sinn nicht zu verkennen. Im Kolorit kommt er den alten Meistern näher als die meisten neuern Maler, weshalb er auch der amerik. Tizian genannt wurde. Unter seinen gedruckten Schriften sind die vorzüglichsten: das Gedicht The sylphs of the seasonsp (Lond. 1813 u. öfter), welches er in England dichtete; die Erzählung KMonaldio (Bost. 1842; deutsch von Kahldorf, Lpz. 1843) und Lectures on arto, die nach A.s Tode Dana (Neuyork 1850) herausgab. Vgl. Sweetser, «Washington A. (Bost. 1879); Döhn, «Der Maler-⸗Dichter Washington A.» (in Unsere Zeit o, 1881, ).