FeedAlnwick oder Alnewick
ErdkundeBrockhaus 1882

Alnwick oder Alnewick, Stadt in der engl. Grafschaft Northumberland, am südl. Ufer des besd Aln oder Alne, der 7 km östlich von A., bei dem 4 — Alnmouth (mit 452 E. und Seebad) in die Nordsee mündet. Der Ort ist durch eine Zweigbahn nach Bilton mit der Eisenbahn Neweastle-Berwick verbunden, hat einen geräumigen Marktplatz, ein großes Stadthaus mit Säulenhallen und einem Turme, 10 Kirchen und zählt (1871) einschließlich Canongate 6218 E., welche Handel mit Ackerbau⸗ und Industrieerzeugnissen treiben. Außer den Ruinen einer 1147 gegründeten Abtei (Alnwick-Abbey) am nördl. Ufer des Aln, besitzt die Stadt das Stammschloß der Grafen und Herzöge De von Northumberland, Alnwick-Castle. Die Burg ist seit 1310 der Sitz der Percy, wird schon 1093 erwähnt, wo Malcolm III. von Schottland, im Kriege mit Wilhelm II. von England, beim Sturm auf die Feste nebst seinem ältesten Sohne erschlagen ward, und wurde seit 1830 restauriert und in eins der stattlichsten Schlösser Englands umgeschaffen. In der gegenwärtigen Gestalt bedeckt dieselbe samt Nebengebäuden, Gärten und Park eine H von 2 ha, hat 16 Türme und trägt auf ihren Mauern eine Schar in Stein gehauener Krieger zu Fuß und zu Pferd, mit Axt und Bogen, eine sinnbildliche Mahnung an die Heldenzeit der schott. Grenzkämpfe. Besonders interessant ist die Kapelle in got. Stil, mit Nachbildungen des Schönsten, was die Kathedralen Englands, namentlich die in Vork aufweisen. Auf einer Anhöhe in der Nähe von A. steht eine dem Hause Northumberland von seinen Pächtern errichtete Ehrensäule; unweit davon liegen in reizender Umgebung die Trümmer der 1242 gegründeten Abtei Hulne oder Holne.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 450Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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