Altenburg, Haupt⸗ und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Altenburg, liegt 39 Em südlich von Leipzig, unweit der Pleiße, an der sch heer die Staatsbahn (Linie Leipzig-Hof), an die sich hier die unter Staatsverwaltung stehende Privatbahn A.⸗ Dis anschließt, in überaus fruchtbarer Gegend. Die Stadt ist Sitz der obersten Landesbehörden, eines Landgerichts und eines Amtgerichts und zählt (1880) 26 240 E. Das auf einem Porphyrfelsen sich erhebende herzogl. Schloß, eine der schönsten Fürstenresidenzen Deutschlands, stammt in seinen ältesten, nocherhaltenen Bauten aus dem 11. Jahrh., . im 17. und 18. Jahrh. seine jetzige Gestalt eralten und ist historisch merkwürdig durch den sog. Prinzenraub (s. d.) von 1455. Zu besonderer Zierde gereichen dem Schlosse die Kirche (vormals die Kirche des 1413 gestifteten Kollegiatstifts St. Georg), der nach dem Schloßbrande 1864 prächtig erneuerte große Saal, eine Rüst-⸗ und Kunstkammer sowie schöne Parkanlagen, welche die auf der östl. Seite des Schlosses befindliche Anhöhe bedecken. Vgl. Hase, «Das herzogl. Residenzschloß zu A.» (Altenb. 1872); Löbe, «Das herzogl. Hertoaß zu A. v (Altenb. 1875); derselbe Die herzogl. Schloßkirche zu A.» (Altenb. 1873). Die Stadt besitzt ein Gymnasium (Josephinum), eine Realschule, ein Schullehrerseminar, eine Erziehungsanstalt für adelige Fräulein evang. Konfession (das Magdalenenstift, 1705 gegründet; vgl. Schöne, «Geschichte des Magdalenenstifts zu A.v, Altenb. 1847), vier Bürgerschulen, zwei Höhere Töchterschulen und andere Unterrichts⸗ und Versorgun lothek, ei Auch besteht in A. eine öffentliche Bibliothek, ein Gewerbeverein, die Pomologische und die Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes, die Geschichts- und Altertumsforschende Gesellschaft des Osterlandes, ein Kunstverein, ein Kunstgewerbeverein u. s. w. n dem neuen Museum befinden sich die Lindenauachsche Stiftung, eine Sammlung von wertvollen emälden, Skulpturen (meist Originalabgüssen) u. s. w., mit einer Kunstschule verbunden; ferner die Sammlungen der Naturforschenden sowie der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Das neue, prächtige Hoftheater steht am südwestl. Fuße des Schloßbergs. Ein Denkmal der Siege im Deutsch-Französischen Kriege 1870—71 (am nordwestl. Fuße des Schloßbergs) wurde 18. Juni 1880 enthüllt. Die Industrie is sehr entwickelt; in mehr als 50 Fabriken werden Handschuhe, Hutwaren, Bürsten, Cigarren, wollene Garne, Maschinen, musider Handel ist Aerche an in Getreide bedeutend. Auch werden zahlreiche Kunst⸗ und Handelsgärtnereien betrieben. In der Nähe befinden sich große Braunkohlenlager und Steinbrüche. Auch die beiden Roßmärkte, welche im Frühjahr und im Herbst abgehalten werden, sind stark besucht. Die herzogl. Landesbank zu A., nebst der Landesbibliothek in einem neuen Gebäude untergebracht, ward 1792 als Kammerleihbank begründet, erhielt 1819 ihre gegenwärtige Einrichtung und übernahm 1837 auch die Geschäfte einer Landrentenbank. Bedeutend ist auch der Buchdruck, namentlich durch die 1872 an ein Konsortium übergegangene Pierersche Hofbuchdruckerei vertreten. Die Stadtwird zuerst 980 urkundlich erwähnt. Sie wurde wahrs fe Buragr des 12. Jahrh. Reichsstadt, worauf die Burggrafen von A. nebst der Burgmanns eihr neben dem kaiserl. Landrichter im Pleißenlande ihren Sitz im auls e nahmen. Nach der siegreichen Schlacht bei Lucka (1307) besetzte Landgraf Friedrich der Freidige 1308 Stadt und Schloß nebst dem ganzen Pleißner Lande; 1324 erhielt es Landgraf Friedrich der Ernste vom Kaiser in Pfand und 1329 förmlich in Lehn und ebenso in demselben Jahre, nach dem Aussterben der Burggrafen von A., das Burggrafenamt (ogl. von Braun, (Geschichte der Muramafen von A.», Altenb. 1868). Von 1411—25 residierte hier Markgraf Wilhelm II. und nach ihm sein Bruder Friedrich der Streitbare bis 1428. Durch die Hussiten wurde A. 1430 eingenommen undfast ganz niedergebrannt. m J. 1445 kam A. durch Erbteilung an den Kurürsten Rdenten den Sanftmütigen, welcher hier seine Re n 6 nahm und dessen Gemahlin, Mararete von Osterreich, nach seinem Tode bis 1486 sir ihren Witwensitz hatte. Herzog 105 160 residierte ier 1592—1603, worauf das Schloß 1604—72 die Residenz der ältern Altenburger Linie des Ernestinischen Hauses war; dann blieb es ohne Hof, bis es 1826 bei der Teilung infolge des Aussterbens der Eufe Sachen-Aent Linie wieder Sitz der neuen Linie Sachsen-Altenburg wurde. Vgl. Huth, Geschichte der Residenz A. zur Zeit Reichsunmittelbarkeit» (Altenb. 1829); (Löbe), «Beschreibung der Residenz A. (Altenb. 1842; 2. Aufl. 1848); von Braun, »Die Stadt A. in den J. 1350 — 15255 (Altenb. 1872); derselbe, «Erinnerungsblätter aus der Geschichte A.s in den J. 1525— 1826 (Altenb. 1876). 947 Markt (Ungarisch-), ungar. Magyar-Ovär, Marktflecken und Amtssitz des ungar. Komitats Wieselburg, liegt 1km von der Einmündung der Leitha in die Kleine Donau und hat als Gemeinde (1880) 3427 meist kath. Vichhn C., die sich mit Ackerbau, Getreide⸗ und Viehhandel beschäftigen. Außer einem Kollegium der Piaristen (seit 1736) besteht — auch ein kath. Untergymnasium. A. bildet nebst 28 andern Orten eine Herrschaft, welche als ungar. Krongut an den Herzog von Sachsen-Teschen, als den Gemahl der Erzherzogin Christine, Tochter der Kaiserin Maria Theresia, gelangte. Der Herzog errichtete hier ein philos. Lyceum und 1818 ein reich ausgestattetes landwirtschaftliches Institut, jetzt Landesinstitut. Die Herrschaft ist gegenwärtig im Besitz des Erzherzogs Albrecht. Das Schloß zu A. ist eins der ältesten Ungarns; in i wurden 1809 die Friedensverhandlungen zwischen Champagny und Metternich eröffnet. — A. oder Groß-Schlatten, Bergstadt in Siebenbürgen, s. Abrud bänya. ltendorf, Ortschaft im Landkreis Essen des preuß. Regierungsbezirks Düsseldorf, an den Linien Krefeld-Dortmund der Preußischen Staatsbahn und Essen-Mülheim der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, zählt 12678, mit den Ortschaften Frohnhausen und Holsterhausen sowie den Arbeiterkolonien Kronenberg und Schederhof (1880) 22 211 E., die meist als Arbeiter in den den Steinto Etablissements zu Essen oder in den nahen Steinkohlenbergwerken beschäftigt sind.