Amäler hieß das Herrschergeschlecht, welches seit Mitte des 4. Jahrh. n. Chr. an der Spitze der Ostgoten stand. Unter Beseitigung der meisten mythischen Gestalten und der durch röm. Gelehrsamkeit eingeschobenen getischen Persönlichkeiten, ergibt sich, daß auf den mythischen Stammvater des ganzen Gotenvolks „Gauty (d. i. der erste Gote) und zwei Zwischenglieder Amala folgte, der angebliche Namengeber des Königshauses. (A. sind die der Shir emsigen Helden v.) Amalas Enkel, der Sohn Isernas, Ostrogotha, ist wahrscheinlich der erste geschichtliche A. und der erste amalische König (um 240 n. Chr.). Aber erst von dem gewaltigen ostgot. Eroberer Ermanarich (350—376 n. Chr.) an läuft ununterbrochen bis auf Justinians I. Zeitgenossen Theodahad die Reihe der amalischen Ostgotenkönige, freilich in verschiedenen Linien des Geschlechts. Der größte Mann dieses Hauses ist Theodorich d. Gr., in der deutschen Heldensage als Dietrich von Bern (. d.) gefeiert. Er und seine Helden heißen in dem Nibelungenliede, dem Heldenbuche und andern altdeutschen ů in Amelungen, d. i. Abkömmlinge des Amala. Amalfi, Seestadt am Golf von Salerno in der ital. Provinz Salerno, ist Sitz eines Erzbis ofs und zeichnet sich durch seltsam-romantische Lage aus. Die Stadt steigt hinter dem engen Hafenquai am Felsen empor, sodaß die Häuser durch eingehauene Treppen miteinander verbunden sind, während die Dächer als Gärten dienen. Zwischen dem Gewirr von Häusern, Treppen, Durchgängen, Brücken, Felsen drängt sich überall die üppigste Vegetation von Wein, Orangen⸗, Citronen⸗, Ol- und Johannisbrotbäumen. Die Kathedrale S.⸗ Andrea ist im normann.⸗byzant. Stile erbaut. Die Bevölkerung der Gemeinde A. beläuft sich (1880) auf 7382 C., deren Hau tnahrungszweige in Seefahrt und Fischerei, besonders aber in der Fabrikation von Papier und von vortrefflichen Makkaroni bestehen. A. ist durch eine überaus großartige, in die Klippen der Küste gesprengte, oft auf Galerien ruhende, an manchen Stellen auf großen Viadukten 30—150 m hoch über das Meer führende, 15 km lange Kunststraße (1852 vollendet) mit Vietri und Salerno verbunden. Die Stadt A. soll im 4. Jahrh. n. Chr. von Konstantin d. Gr. gegründet worden sein. Zur Longobardenzeit war sie ein durch Seehandel reiches und mächtiges Gemeinwesen mit republikanischer Verfassung, obschon auf Lebenszeit von der Gemeinde gewählte Fürsten, die zuerst Konsuln, dann Grafen, zuletzt Herzöge hießen, an der Spitze standen. Seit dem 9. Jahrh. regierte unter fortwährenden Kämpfen der Herzöge im Innern und na außen mit Salerno, von dem A. eigentlich abhängig war, das Geschlecht der ältern Herzöge von A., das mit Mansus Fusulus (892—908) beginnt. Nach ihrem Aussterben kam A. erst unter Herzog 1077 von Salerno, bis es von Robert Guiscard 1077 essen Besitzungen (Apulien und Calabrien) einverleibt wurde. Seitdem verfiel die Stadt, die zur Zeit ihrer Blüte 50000 E. gezählt, allmählich, bis sie infolge der Plünderung durch die Pisaner 1135 und 1137 ihre Bedeutung gänzlich verlor. Das Herzogtum wurde später zwar wiederhergestellt und damit der Fürst Orsini von Salerno, dann Antonio Piccolomini, Neffe Papst Pius' II., und Mitte des 17. Di Ottavio Piccolomini belehnt; doch vermochte die + — 670 nicht wieder zu erheben. Das Seerecht von A. (die Tabula Amalphitana) galt früher in ganz Italien. Zu A. befand sich auch die älteste Handschrift der Pandekten.