FeedAmselfeld
GeschichteBrockhaus 1882

Amselfeld oder Kossower Heide (serb. Kosovo polje), eine 52 Kmelange und 22 km breite Hochebene in Altserbien, westlich von Prischtina, wird von sanft ansteigenden Hügeln umschlossen, die sich allmählich nach Osten zum Gebirge Ljubotini, im Süden zum hohen Schar-Dagh erheben. Auf dem A. wurde 27. (15.) Juni 1389 zwischen Sultan Murad IJ. und dem serb. Zar Lazar die entscheidende Schlacht geschlagen, die mit dem Tode beider Herrscher und mit der Unterwerfung des alten Serbischen Reichs endete. Murad I. hatte den Balkan mit 300 000 Mann überschritten und das A. erreicht, wo Zar Lazar mit 100 000 Mann ihn erwartete, unter welchem der bosnische Banus Jovan den linken und Georg Kastriota den rechten Flügel befehligte. Wuk Brankowitsch stand mit 20000 Reitern dahinter in Reserve. Am Morgen der Schlacht schlich sich der serb. Wojwode Milisch Obilitz ins türk. Lager und ermordete Sultan Murad im 91 00 worauf dessen Sohn Bajazet den Oberbefehl übernahm und sofort das feindliche Heer angriff. Nach fünfstündigem Kampfe erlagen die Serben, nachdem die Reservereiterei durch den Verräter Wuk Brankowitsch zum Feinde übergeführt worden war. Eine zweite Schlacht, durch welche die Serben mit Hilfe der Ungarn unter Johann Hunyady ihre Unabhängigkeit wieder zu erlangen hofften, hatte ebendort 19. Okt. 1448 die gänzliche Niederlage der Serben durch Sultan Murad II. und deren vollständige Unterwerfung zur Folge. Hunyady hatte vergebens auf das Eintreffen eines Hilfskorps unter Georg Skanderbeg gewartet, dessen Ausbleiben namentlich zum Verluste der Schlacht beigetragen hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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