FeedAndlaw
ErdkundeBrockhaus 1882

Andlaw, ein altes deutsches Adelsgeschlecht, dessen . Dasselbe die Burg und Stadt A. im Elsaß ist. Dasselbe teilte sich in mehrere Linien, die sich in Deutschland, Frankreich und der Schweiz ansässig gemacht haben. Peter von A. wurde 1460 Dus des kanonischen Rechts und Vizekanzler der Universität Basel, 1475 Senior der Juristenfakultät und verfaßte um 1460 ein Werk: De imperio Romano- Germanicob (herausg. von Freher, Straßb. 1603 u. 1612; Nürnb. 1657), welches für den ersten Versuch einer Theorie des deutschen Staatsrechts angesehen wird. Am 16. März 1676 wurde die Familie vom Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Gegenwärtig blühen im Mannsstamme nur noch zwei gräfliche Linien: 1) die Linie zu Klein-Landau, die 1750 in den franz. Grafenstand erhoben ward und in Frankreich ansässig ist; 2) die Linie zu Homburg, die 2. Juni 1817 in den österr. Grafenstand erhoben wurde und gegenwärtig durch den Grafen Otto von A., geb. 7. Sept. 1811, im Elsaß und Baden vertreten wird. Eine freiherrl. Linie, die sich nach ihrem Besitztum A. Birseck nannte, ist seit dem 4. Sept. 1876 mit dem Freiherrn Franz v. A. (s. d.) im Mannsstamme erloschen. Diese wurde um 1660 von Ernst Friedr. von A. begründet, dessen Urenkel der Freiherr Konrad Karl Friedrich von A. (geb. 23. Dez. 1766, gest. 25. Okt. 1839) war. Letzterer stand erst in vorderösterr., dann in modenes. Staatsdiensten, trat hierauf in badische über und wurde vom Großherzog mit 1310 uach Par Missionen 1809 nach Wien und 1810 nach Paris betraut. Nach der Rückkehr wirkte er in Baden 1810—13 als Staatsminister des Innern, ging aber im Frühjahr 1813 als Hofrichter nach Freiburg, bis er von den Alliierten zum Gouverneur der Franche-Comté berufen ward, von wo er 1817 nach Baden zurückkehrte. Er hinterließ zwei Söhne, hard Xaver von Andlaw (s. d.) und Heinrich Bernhard von Andlaw.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 623Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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