Anquetil-Duperron (Abraham Hyacinthe), Orientalist, der Bruder des vorigen, geb. 7. Dez. 1731 zu Paris, studierte daselbst, zu Auxerre und zu Amersfoort Theologie und begab sich 1755 mit Unterstützung der Regierung nach Indien, um Sanskrit und Zend zu studieren. In Surate gelang es ihm, einige parsische Priester zu bewegen, ihm in neupers. Sprache den Inhalt ihrer im Zend und Pehlewi abgefaßten heiligen Bücher zu diktieren. Im J. 1762 nach Paris zurückgekehrt, erhielt er das Amt eines Dolmetschers der morgenländ. Sprachen bei der königl. Bibliothek und veröffentlichte die übersetzung des Zendavesta (Par. 1771, die Einleitung «A.s Reisen » übersetzt von J. G. Purmann, Frankf. a. M. 1776), die 4Législation orientaley (Amsterd. 1778), Recherches historiques et géographiques sur L'Inde (2 Bde., Berl. u. Par. 1787), La dignité du commerce et de l'état du commerçanto (Par. 1789), LInde en rapport avec I'Europe (2. Aufl., 2 Bde., Par. 1790; deutsch von Küster, 2 Bde., Altenb. 1799) und Oupnek'hato (2 Bde., Par. 1802—4; deutsch von Rixner, 2 Bde., Nürnb. 1808). Letzteres ist die lat. übersetzung eines pers. Auszugs aus den Upanischads, den theol.⸗philos. Abhandlungen der Vedas. Nach Errichtung des Nationalinstituts ward er zu dessen Mitgliede ernannt und starb 17. Jan. 1805 zu Paris.