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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Antar, verkürzt aus Antara, der Sohn des Schaddäd ben-Muäwia und einer schwarzen Sklavin, Namens Sebiba, ist einer der bedeutendsten arab. Dichter der vorislamitischen Zeit. Erst als er zum mannhaften Jüngling herangewachsen war und wiederholt Proben seines Mutes und seiner Tapferkeit abgelegt hatte, 15—— ihm sein Vater die Freiheit, und von dieser Zeit an tritt er in hervorragendster Weise in den Kämpfen seines Stammes, der Galebiten, auf. Er erringt die Hand seiner ihm nahe verwandten Geliebten, der Abla. Seine Liebe zu ihr schildert er in der berühmten Muallaka, der sechsten, die zugleich eine ben der-Darstellung seiner Thaten enthält und zu den hervorragendsten altarab. Gedichten gehört. Sie ist herausgegeben von Hartmann in den Hellstrahlenden Plejaden am arab. poetischen Himmel' (Münst. 1802), von V. E. Menil (Leid. 1816) und in der Sammlung der sieben Muallakät von F. A. Arnold (Lpz. 1850), sowie von Ph. Wolff (Rottweil 1857) und wenigstens teilweise von Fr. Rückert in seinen „(Morgenländ. Sagenpins Deutsche übersetzt worden. Der Tod des Dichters erfolgte um 600. Vgl. Thorbecke, Antarah, des vorislamischen Dichters Leben⸗ (Heidelb. 1868). Der Ruhm A.s verbreitete sich schnell unter seinen Zeitgenossen, und er wurde zum Prototyp eines echt arab. Helden. An die Nachrichten über seine Thaten und seine romantischen Schicksale schloß sich ein Kreis von sagenhaften Erzählungen, und diese letztern bilden, zusammen mit einem histor. Kern, den Stoff des berühmtesten arab. Heldenromans, des «„Romans des A. v. Seine Abfassung wird dem Al-Asmai (8. Jahrh.) zugeschrieben. Doch ist es zweifelhaft, ob die Recension des berühmten Buchs, die handschriftlich auf uns gekommen ist, wirklich aus so alter Zeit herrührt, und ob sie nicht eine mannigfache, durch viele eingelegte Episoden ausgeschmückte Erweiterung des ursprünglichen Werks ist. Im Orient bildet noch jetzt der zum Teil s 910 sagenhafte Inhalt dieses (60 Bände füllenden) Romans den beliebtesten Stoff für die öffentlichen Erzähler, welche in den Kaffeehäusern die Gäste unterhalten. Eine Übersetzung begann Hamilton (Antar, a Bedoueen romancep, 4 Bde., Lond. 1820); einen reichhaltigen Auszug gab Hammer-Purgstall in den wiener „Jahrbüchern der Litteraturo (1819), und einige Fragmente des Originals (Extraits du Roman d'Antarv [Texte arabe], Par. 1841) Caussin de Perceval heraus. Den Diwan des A. gab W. Ahlwardt heraus in The Divans of the six ancient Arabic poets Ennäbiga, Antara etc. (Lond. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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