FeedApulejus (Lucius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Apulejus (Lucius), geb. zu Madaura in Afrika von angesehenen Eltern gegen 125 n. Chr., studierte zu Karthago, machte sich darauf zu Athen mit der Phil Litteratur, vorzüglich mit der Platonischen hilosophie vertraut und ging von da nach Rom, wo er einige Zeit die Geschäfte eines Sachwalters verrichtete. Die Erbschaft von seinem Vater verbrauchte er großenteils zu Reisen, auf welchen er sich in verschiedene Mysterien einweihen ließ. In sein Vaterland zurückgekehrt, heiratete er bald daraer eine reiche Witwe. Von deren Verwandten an90 lagt, die Heirat durch Zauberei zu Stande geracht zu haben, verteidigte er sich öffentlich gegen diesen Vorwurf in der noch vorhandenen Apologian und ward freigesprochen. Er war ein feuriger, rastlos thätiger und mit Witz begabter Mann, den jedoch eine entschiedene Richtung zur Mystik und Magie und Selbstüberschätzung hinderten, sich vollkommen auszubilden und von den Fehlern, die er mit seiner Zeit und Heimat teilte, zu befreien. Sein Roman Metamorphoseon libri XI (De asino aureoo), aus dem Lucian geschöpft, aber durch manche usätze aus andern Quellen erweitert, ist reich an Porsie Witz, Laune und satirischem Gehalt. Höchst interessant ist darin die Episode von Amor und Psyche, die Herder den zartesten und vielseitigsten Roman nennt, der je erdacht worden. Außerdem schrieb er mehrere philos. und oratorische Werke, deren einige auch auf uns gekommen sind. Seine Sprache und Schreibart sind nicht rein, dabei überladen und schwülstig; er liebt gehäufte Beiwörter und sonderbare Zusammenstellungen. Vgl. Koziol, (Der Stil des A.y (Wien 1872). Die Hauptausgaben seiner sämtlichen Werke sind von Oudendorp und Ruhnken, vollendet von Bosscha (3 Bde., Leid. 1786—1823) und von Hildebrand (2 Bde., Lpz. 1842). Handausgaben besorgten Klotz (2 Bde., Altenb. 1778) und ebenfalls Hildebrand (Lpz. 1843). Eine franz. Übersetzung gab Betoland heraus (Par. 1835, 1862). Die Apologiad und die Floridap sind neuerdings von Krüger (Berl. 1864 und 1865), die „Opuscula quae sunt de philosophiao von Goldbacher (Wien 1876), die Metamorphoseno von Eyssenhardt herausgegeben (Berl. 1869), letztere auch von Rode ins Deutsche übersetzt (2 Bde., Dess. 1783), der Abschnitt von Amor und Psyche von O. Jahn (Lpz. 1856, 1873) besonders herausgegeben, von Pressel (Ulm 1864) und von Bintz Lpz. 1872) übersetzt. Das Märchen von Amor und syche ist in neuerer Zeit sehr oft künstlerisch behandelt worden, z. B. von Rafael und Thorwaldsen. gl. darüber Friedländer in den Darstellungen aus der Sittengeschichte Romso (5. Aufl., Bd. 1, Lpz. 1881) und Zinzow, Psyche und Eroso (Halle 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 790Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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