FeedAptéryx oder Kiwi-Kiwi
TierreichBrockhaus 1882

Aptéryx oder Kiwi-Kiwi, drei höchst merkwürdige Arten Vögel der Gattung Laufvögel (s. d.) in Neuseeland. Früher sehr un 55 ist der Vogel jetzt in seinem Vaterlande schon der Ausrottung nahe. Er wird etwa 0,6 m lang, hat einen dünnen, feinen Schnabel von 16 em Länge, der einem Schnepfenschnabel nicht unähnlich ist, aber die Nasenlöcher an der Spitze trägt, und kurze, sehr dicke und kräftige Füße mit drei starken —— und einer Hinterkralle. Das kastanienbraune Gefieder besteht nur aus weichen Federn, welche den Körper wie ein 4. Echn einhüllen, und aus langen Borsten am Kopf; Schwingen an den Flügeln und Steuerfedern im Schwanze fehlen gänzlich. Das Skelett ist demjenigen des Straußes ähnlich, aber die Flügel sind ganz verkümmert und auf einige unscheinbare, unter der Haut verborgene Knöchel-Nen reduziert. Der Vogel lebt in den Wäldern euseelands in Erdlöchern, geht nur nachts hervor, um Würmer und Insekten aufzusuchen, läuft schnell und verteidigt sich mutig mit den sporenartigen Hinterzehen gegen verfolgende Hunde und Menschen. Man jagt ihn nachts bei Fackelschein und verfertigt aus seinem Felle Mäntel, welche nur die Häuptlinge tragen dürfen. Das Weibchen legt nur ein, unverhältnismäßig großes Ei; das Männchen brütet. Die Anatomie des A. ist vorzugsweise von Owen studiert worden. Die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands (Mos) kommen in ihrem Skelett dem Kiwi-Kiwi am nächsten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 790Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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