FeedAraucaria
PflanzenreichBrockhaus 1882

Araucaria nannte Jussieu eine Baumgattung aus der Familie der Coniferen oder Nadelhölzer, deren Arten in Deutschland Anden-Fichten oder Tannen genannt werden, weil die zuerst bekannt gewordene Art, A. imbricata Pavon, in den südamerik. Anden wächst. Auch der wissenschaftliche Name ist südamerik. Ursprungs, indem Indtanecamme nach dem in Chile wohnenden Indianerstamme der Araucaner benannt wurde, in deren Lande die erwähnte Art große Wälder bildet. Die Araucarien gehören zu den prächtigsten, am höchsten und stärksten werdenden Nadel⸗ „bölzern. Sie haben einen schnurgeraden Stamm, regelmäßige Quirle gestellte Asie, immergrüne, „nadelförmige oder breite Blätter, kugelige, holzige, eaus einsamigen Schuppen gebildete Zapfen und ungeflügelte Samen, welche erst im zweiten Jahre hoch der Blüte reifen. A. imbricata wird bis 30m „hoch, hat anfangs eine vierseitig-pyramidale, späeter abgerundete Krone, welche aus fast horizontal abstehenden Astquirlen besteht, dicht aneinandergedrängte, eilanzettförmige, stechende, 7,5 em lange und 2,5 em breite Blätter und trägt kugelrunde Zapfen von der Größe eines Menschenkopfes, mit eßbaren, mandelartig schmeckenden Samen, welche doppelt so groß wie Mandeln sind. Dieser majestätische Baum bildet in den Anden des südl. Chile in unwirtlicher Hochgebirgslage große Waldungen und ist die Hauptnährpflanze der Pehuenchesdianer, welche sich vorzugsweise von seinen Samen ernähren. A. excelsa R. Br. von den Norfolkinseln erreicht eine Höhe von 566—60 m, trägt die dicht mit vierkantigen, gekrümmten, 2—4 em langen Nadeln besetzten Zweige zweizeilig angeordnet und bringt kleine Zapfen hervor. Dieser 1793 nach Europa eingeführte Baum bildet jetzt eine der größten Zierden unserer 1 Freienstehen. und kann während des Sommers im Freien stehen. A. brasiliensis Rich. ist ein Baum von 3848 m Höhe mit dicht aneinanderstehenden, in eine lange, feine Spitze hen Dlatten an der schr scheidigen, 2—5 em langen Blättern, welcher sehr große kugelige Zapfen trägt. Die andern bekannt gewordenen Arten wachsen der Mehrzahl nach in Australien. Die Araucarien sind in ihren Heimatsländern ebenso wichtige und nutzbare Bäume wie bei uns die Fichten und Tannen. In Deutschland können sie nur als Gewächshauspflanzen kultiviert und müssen im temperierten Hause überwintert werden. Sie verlangen einen kräftigen, sandig-Huren ab Boden und sehr sorgfältige Pflege, geören aber auch zu den schönsten Dekorationsbäumen der Gewächshäuser.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 828Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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