FeedAristides (Alius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Aristides (Alius), ein Rhetor oder Sophist des 2. Jahrh. n. Chr., geb. 117 zu Hadrianopolis in Musien, gest. um 189, machte große Reisen in Asien, Griechenland, Italien und Agypten bis Athiopien. Als 178 ein Erdbeben die Stadt Smyrna zerstört hatte, bewirkte er durch seine Beredsamkeit bem Kaiser Mare Aurel eine reichliche Unterstützung zum Wiederaufbau, wofür ihm die Einwohner eine eherne Statue und den Namen eines Erbauers von Smyrna zuerkannten. Als Redekünstler strebte er die alten kuster nachzuahmen. Wiewohl er in Erfindung und Ausdruck die Fehler der spätern Sophisten hat, so zeichnet er sich wenigstens durch seine hervorragende Begabung unter ihnen aus. Er ist interessant als der bedeutendste Vertreter der litterarischen Hauptrichtung der Zeit und insbesondere auch der damaligen Rückströmung zu der ider von Mr Religion. Erhalten sind von ihm, mit der von Morelli aufgefundenen Rede gegen den Leptines (Vened. 1785) und der von Mai entdeckten Rede gegen Demosthenes, deren Echtheit aber Foß (Altenb. 1842) bestreitet, 55 Reden und Deklamationen und eine theoretische Schrift über öffentliche und einfache Beredsamkeit. Die neueste vollständige Ausgabe ist von W. Dindorf (3 Bde., Lpz. 1829); Scholiap gab Frommel heraus (Frankf. 1828). Vgl. Waddington in Mémoiresv der pariser Akademie der di chriften (Bd. 26) und aus Mitet (Alius A.» (Lpz. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 892Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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