FeedArkose
NaturlehreBrockhaus 1882

Arkose haben franz. Mineralogen eine Sandsteinvarietät genannt, welche im mittlern Frankreich ungemein häufig auftritt und außer Quarzkörnern au i viel Feldspatkörner sowie zuweilen Glimmerblättchen in einem thonigen Bindemittel enthält. Wegen der Übereinstimmung der Hauptbestandteile kann man die A. zuweilen mit Granit verwechseln und hat sie auch wohl aregenerierten Granite genannt; in der That ist sie durch Zusammens bet. Die von —* erriebenem Granitschutt gebildet. Die A. finet sich auch in Deutschland schr häufig, besonders in der Formation des Rotliegenden, wo sie dann oft eine rote Färbung zeigt. dem hoch am nördl. Himmel stehenden Sternilde des Bären (griech. Arktos) gehört, darum nördlich überhaupt. In der Erdkunde heißt arktisch alles Land und Wasser, was im N. des nördlichen oder arktischen Polarkreises (66 ½/9˙ nördl. Br. 9 sodaß eine graphische Darstellung des arktischen? bschnitts der Erdkugel den Nordpol oder den arktischen Pol zum Mittelpunkte, den nördl. Polarkreis aber zum Umkreise haben würde. Alle nördlich dieses Polarkreises liegenden Teile der Erde, wie der nördl. Teil von Schweden und Norwegen, Spitzbergen, die äußersten Landstriche des europ. Rußland, die neu entdeckten Inselgebiete im NW. der Beringsstraße und nördlich von Nowaja-Semlja sowie große Teile von Sibirien und Nordamerika faßt man unter dem gemeinsamen Namen der arktischen Polarländer oder der Nordpolarländer zusammen, spricht aber daneben auch insbesondere von einem arktischen Europa, arktischen Asien, namentlich aber von einem arktischen Amerika. Der Arktische Ocean (bisweilen Nordpolarmeer genannt), eine der fünf großen Hauptabteilungen der irdischen Wasserwelt, begreift alle Wasserflächen des Erdballs, welche etwa durch eine von dem Scoresbysund in Grönland bis zum Nordkap der Skandinavischen hieden u —— Linie vom Atlantischen Ocean geschieden sind und zwischen Asien und Amerika durch die Beringsstraße mit dem Großen Ocean im Zusammenhange stehen. (S. Eismeer.) Die Klimatologie und Pflanzengeographie unterscheiden eine arktische Zone im Gegensatze zu den gemäßigten und zu den warmen (tropischen) Zonen. Die Grenzen derselben fallen jedoch nicht mit den geographischen der Polarregion zusammen. Man gliedert dieselbe in eine Polarzone, welche die Erdstriche zwischen 90—72 nördl. Br. umfaßt, in eine eigentliche arktische Zone, die von 72—66 reicht, und in eine subarktische Zone, die den Erdgürtel zwischen 66 und 58“ umfaßt und den übergang zu den verschiedenen Gürteln der budet ant, Zone bildet. Den Gegensatz zu arktisch bildet antarktisch, d. i. alles Land und Wasser, das um den Südpol herumliegt und sich bis 2 südl. Br. erstreckt. Gemäß diesem Gegensatze spricht man von einem antarktischen Polarkreise, von antarktischen Zonen, von einem antarktis 11 Ocean und antarktischen Ländern. Indes reicht keiner der fünf Erdteile bis der südl. Polarkreis. Als Kern der Südpolarländer nimmt man einen eigenen, um den Südpol gelagerten Antarktischen Kontinent an. Die Nordgrenzen des Antarktischen Oceans pflegt man bis etwa zu dem Parallelkreise des Feuerlandes hinauszurücken. rkwright (Sir Richard), der Vervollkommner der Baumwollspinnmaschinen, geb. 23. Dez. 1732 zu Preston in Lancashire, übte zu Wirksworth (Derbyshire) das Gewerbe eines Barbiers aus, welches er aber 1767 aufgab, um seiner Neigung für Mechanik zu folgen und zunächst in Warrington sich mit Konstruktion eines Perpetuum-mobile zu beschäftigen. Später bemühte er sich auf Zureden eines U .—„ Namens Kay, mit diesem gemeinschaftlich eine Baumwollspinnmaschine auszuführen, wobei er, durch Atherton in Liverpool mit Geld unterstützt, die von Wyatt schon um 1738 versuchte, aber nachher vergessene Anwendung von Streckwalzen zum Ausziehen der Aawe wiederaufnahm und mit bestem Erfolge in Anwendung brachte. Die Art von Spinnmaschine, welche A. zu Stande brachte, wurde Wassermaschine (water-machine, water-frame) genannt, weil sie die erste war, zu deren Betrieb Wasserkraft gebraucht wurde, und der Name ist ihr, nachdem sie meist nur unwesentliche Veränderungen erlitten, bis zum heutigen Tage geblieben. Durch zwei in den J. 1769 und 1775 genommene Patente erwarb A., der zuerst in me grobe dann zu Cromford in Derbyshire eine große Fabrik betrieb, ein Ie beträchtliches Vermögen, welches man bei seinem am 3. Aug. 1792 zu Cromford erfolgten Tode auf 500000 Pfd. St. schätzte. „Arlberg, ein Bergpaß des nordwestl. Tirol, liegt östlich von Bludenz, westlich von Landeck zwischen dem vorarlbergischen Klosterthal und dem tirol. Stanzerthal. Wie das Joch des A.s die Grenze zwischen Vorarlberg und dem eigentlichen Tirol und die 1 Mark der alemann. Mundart bezeichnet, so bildet es auch die Wasserscheide von Rhein und Donau und die Grenze zwi —— den krystallinischen ner der Nordrhätischen I und der Kalkzone der Lechthaler und Vorarlberger Alpen. is gegen das Ende des 18. ahrh. war der Weg über den A. ein rauher aumweg, seiner vielen Wildbäche, Lawinen und Schneestürme wegen verrufen; 1786 wurde ein ahrweg angelegt und dieser 1822 — 25 zur Posttraße ausgebaut. Die jetzige Arlbergstraße na ich von Bludenz (582 m), der Endstation der Vorarlbergerbahn, sudöstlich durch das Thal der Ill hinauf, biegt dann bei St. Peter östlich in das von der Asens durchflossene Klosterthal ein und steigt dem Flusse nach, an mehrern Orten durch Schußzbauten vor Lawinen gedeckt, über Braz (715 m), Dalaas (952 m), Klösterle (1057 m) und Stuben (1417m) zu der öden unwirtlichen Paßhöhe (1808 m) wischen dem Valugerkopf (2690 m) und dem Peichelkopf 2410 mhinauf. Etwa 0,s Em jenseit derelben liegt in düsterer Umgebung 1780 m über em Meere das St. — Shospiz (nebst Kirche und Wirtshaus), 1386 samt der dazu gehörigen St. vernaluchter Renende zur Rettung verirrter und verunglückter Reisender von dem Hirten Heinrich Findelkind gestiftet. Vom Hospiz senkt sich die Straße stark bergab nach St. Anton 1317 m, dem obersten Thai⸗ des Stanzerthals, und erreicht durch dieses Thal, der Rosanna und später der Sanna folgend, Landeck (813 m) am Inn, wo sie in die Innthalstraße einmündet. Von Bludenz bis zur Paßhöhe beträgt die Distanz 43, von dieser bis Landeck 33 km. Der Bau einer Eisenbahn über den A. zur direkten Verbindung des Innthals und des Rheinthals und zur Verknüpfung des österr. und des schweiz. Eisenbahnnetzes wurde 14. Juni 1880 beonnen. Die Bahn von Innsbruck bis Bludenz 136,6 Km lang werden, wovon 72 km auf die hallinie Innsbruck-Landeck, 64,6 Km auf die Berglinie Landeck-Bludenz entfallen. Die Maximalbes-Ariber der letztern betragen auf der 2.777 es Arlbergtunnels 30 Promille, auf der Ostseite 25 Promille. Dieser Tunnel soll 10270 m lang, 8,2 m breit, 6,2 m und ist bet zwei ie 5 berechnet. Der Bau soll 1887 beendet sein; die Kosten werden auf 35 600 000 Fl. veranschlagt, wovon 16 216 000 Fl. auf den Tunnel fallen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 906Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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