FeedAuswaschen
NaturlehreBrockhaus 1882

Auswaschen heißt in der Chemie und chem. Fabrikindustrie aus einem pulverförmigen Körper (besonders den in Flüssigkeiten gebildeten Niederschlägen) die zwischen dessen Teilchen befindlichen auflöslichen fremden Teile durch Waschen mit Wasser (geeignetenfalls auch wohl mit Alkohol, Ather u. s. w.) wegschaffen. Es wird auf verschiedenste Weise en iie rt, z. B. durch Dekantation, wobei man den Niederschlag absetzen läßt und die klare Flüssigkeit abgießt oder mit dem Heber abzieht, worauf man reines Wasser zufügt, von neuem absetzen läßt und dies so oft wiederholt, bis der Niederschlag völlig ausgewaschen ist. Diese Methode wird technisch nur befolgt, wenn die Flüssigkeit ohne Wert ist oder verloren gegeben werden muß. Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man den auszuwaschenden Körper auf einem Filter sammelt, die Flussigkeit abfließen läßt und das Filter, nach jedesmaligem Abtropfen, von neuem mit Wasser füllt, bis alles Lösliche entfernt ist; zweckmäßig befestigt man den Trichter luftdicht auf einem Gesäß, in welchem man die Luft durch eine entsprechende Vorrichtung verdünnt (s. Aspirator), um durch den Druck der auf dem schlen lastenden Atmosphäre die Filtration zu beschleunigen. Statt des gewöhnlichen Filters bedient man sich beim 55, nischen Betriebe zweckmäßig der Filterpresse (s. d.), in welcher die zu filtrierende Masse unter stärkerm Druck in ein Filter von großer Oberfläche getrieben und dann durch nachgepreßtes Wasser gewaschen wird. Krystallinische oder überhaupt nicht zu feinkörnige Körper lassen sich in der siebförmigen Trommel einer Centrifugalmaschine vorteilhaft waschen. (S. Auslaugen.) Als gleichbedeutend mit A. werden von manchen die wenig passenden Ausdrücke Aussüßen oder Absüßen gebraucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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