Anilinfarben, f.pl., werden nicht nur in der Färberei sondern auch in der Dekorationsmalerei, Tapetenfabrikation etc. vielfach verbraucht. Wir führen hier nur einige minder bekannte Vorschriften zu Herstellung von A. an. — Die meisten sind käuflich zu haben. a. Roth aus Anilin. Anilinroth, n., frz. rouge m. d'aniline, engl. aniline-red. Wasserfreies Anilin wird mit trockenem Quecksilberchlorid (Sublimat) oder mit wasserfreiem Zinnchlorid in einem eisernen Tiegel oder einer Schale erhitzt; sobald die rothe Färbung eingetreten ist, wird die Erhitzung unterbrochen u. Alkohol aufgegossen. Wünscht man die Farbe in trockenem Zustand, so gießt man Wasser zu, wodurch sich der Farbstoff in rothen Blättchen niederschlägt, die getrocknet werden; durch verdünnte Säuren oder Alkalien wird es gelblich, durch Abwaschen mit Wasser wieder roth. b. Man nimmt 2 Theile Anilin, 1 Theil Antimonchlorid, erhitzt einige Minuten lang zum Sieden, läßt dann die Temperatur auf 138—149C. sinken und einige Stunden lang stehen, bis kein Farbstoff mehr entsteht; dieser wird aus dem Produkt durch kochendes Wasser ausgezogen, wenn man Roth, durch verdünnten Weingeist, wenn man Purpur haben will. C. Violett aus Auilin. Anilin wird mit Chlorwasser, in unterchlorigsaurem Natron, chromsaurem Kali erhitzt. d. Mühlhausener Blau kann aus Anilinroth durch Kochen in alkalischer Schellacklösung erzeugt werden.