FeedAmphoter
NaturlehreBrockhaus 1882

Amphoter (vom grch. πορσveooc, d. i. beide, zu beiden Seiten gehörig), doppelten, zwitterhaften Wesens; indifferent. In der Chemie nennt man amphotere Reaktion die einigen wenigen Körpern, z. B. der tan Milch, zukommende Eigentümlichteit, sowohl schwach sauer, wie auch schwach alkalisch zugleich zu reagieren, d. h. sowohl ein empfindliches blaues Lackmuspapier zu röten, wie auch rötliches Lackmuspapier zu bläuen. Amphoteére Bildungen haben einige Geologen diejenigen Gesteine genannt, welche unter Mitwirkung von vulkanischer Thätigkeit und Wasser entstanden sind, so z. B. die vulkanischen Tuffe, deren Material in Form von Lapillis und Aschen von Vulkanen ausgeschleudert wurde und entweder in die See fiel, um von dieser in ausgedehnten Schichten abgelagert zu werden, oder aber auf dem Festlande von fließenden Gewässern zusammengeschwemmt und wieder abgesetzt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 579Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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