Aschylus (grch. Aischhlos), der Vater des griech. Trauerspiels, ward aus edelm Stamme 525 v. Chr. in Attika geboren. über seine Lebensumstände gibt es nur mangelhafte und unsichere Nachrichten. Er focht in den Schlachten von Marathon, Salamis und Platää und ward begeistert von dem Gefühle der geretteten Freiheit. In dieser Begeisterung dichtete er seine Tragödien, in welchen er nach den unscheinbaren Anfängen des Thespis (s. d.) zuerst die tragische Kunst zu einer würdigen Gestalt erhob, sodaß er als der wahre Schöpfer derselben zu betrachten ist. Durch ihn ward die Handlung zu dem Hauptgegenstande der Tragödie gemacht und mit dem allmählich mehr zurücktretenden Chor in eine innere Verbindung gesetzt. Nachdem er zuerst wie seine Vorgänger nur einzelne Stücke zur Aufführung gebracht hatte, verband er später je drei zu einer Trilogie oder mit dem hinzutretenden Satyrdrama zu einer Tetralogie. Auch ließ er statt des Einen in der Hauptsache mehr nur erzählenden Schauspielers, mit welchem Thespis, Pratinas, Chörilos und Phrynichos sich begnügt hatten, zwei, später (nach dem Vorgange des Sophokles) auch drei auftreten, und begründete so den dramatischen Dialog. Ebenso vervollkommnete und verschönerte er die Darstellung durch äußere Ausstattung der Scene und durch Bekleidung mit schönern Masken, Kothurn und langen Gewändern. Die Charaktere entwarf er mit wenigen kühnen und kräftigen Zügen. Seine Pläne sind ebenfalls äußerst einsach, aber großartig; Verwickelungen und Auflösungen kennt er nicht. Alle seine Dichtungen Imueat ein hohes und ernstes Gemüt. icht die sanftere Rührung, der Schrecken herrscht bei ihm. Das Schicksal wird von ihm äußerst herb dargestellt: in seiner ganzen Düsterheit schwebt es über den Sterblichen. Sein Kothurn hat gleichsam ein ehernes Gewicht; lauter riesenhafte Gestalten schreiten darauf einher. Götter läßt u Gottee auftreten, am liebsten Titanen, jene ältern Götter, welche die dunkeln Urkräfte der Natur bedeuten und vorlängst in den Tartarus unter die heiter geordnete Welt hinabgestoßen sind. Nach dem Maße seiner Personen läßt er die Sprache selbst, die sie führen, riesenmäßig anschwellen. Daraus entstehen schroffe Zusammensetzungen, UÜberladung mit Beiworten, im Lyrischen oft Verschlungenheit der Wortfügungen und große Dunkelheit. In der Kühnheit und Großartigkeit seiner Bilder und Ausdrücke gleicht er Dante und Shäkspeare. Von seinen Tragödien, deren Gesamtzahl auf 72, von andern auf 90 angegeben wird, sind nur noch sieben erhalten, aber unter diesen, nach dem Zeugnisse der Alten, einige seiner vorzüglichsten Werke; eern Der gefesselte Prometheus v, „Die sieben eerführer gegen Theben», Die Perser⸗, „Agamemnono, Die Choéphoren», »Die Cumenideno und Die Schutzflehenden». Mißvergnügt, geringere Stücke den seinen vorgezogen zu sehen, und namentlich über den Sieg des jungen“ ophokles, nach andern aber wahrscheinlicher, weil man ihn anklagte, die Mysterien auf die Bühne gebracht zu haben, verließ er wiederholt sein Vaterland und begab sich nach Sicilien, wo ihn der König Hiero sehr ehrenvoll aufnahm. Er starb hier v. Chr. A. wurde bei Gela begraben und erhielt von den Einwohnern der Stadt ein Denkmal. Die wichtigern Ausgaben des AÄ. sind * ende: von Stanley (Lond. 1663), mit Porsons Verbesserungen (Glasg. 1795 u. Lond. 1806), Schütz (2. Aufl., Halle 1799—1807; 3. Aufl., 5 Bde., 1809—22), Wellauer (2 Bde., Lpz. 1823—30), Dindorf (in Poetae scenici graecio, Lpz. 1830; 5. Aufl. 1869; auch besonders, Lpz. 1857; 5. Aufl. 1869), von Ahrens (Par. 1846), Paley (mit lat. Kommentar, 2 Bde., Cambr. 1846—51, und mit engl. Anmerkungen Lond., 4. Aufl. 1879), Weil (Gießen 1867), Merkel (Orf. 1871) und Kirchhoff (Berl. 1880); die kritische 2 ms., Berl. hat G. Hermann (2Bde., Lpz. 1852; 2. Aufl., Berl. 1859) geliefert. Unter den Herausgebern einzelner Stücke sind G. Hermann, Blomsield, O. Müller, Schömann, Ritschl, Meineke, Hartung, Enger, Karsten, Weil, Keck, Klausen, Kruse, van Heusde, Teuffel, L. Schmidt, Wecklein zu nennen. übersetzt sind sämtliche Tragödien von Fähse (Lpz. 1809), Voß (Heidelb. 1826), Droysen (Berl. 1832; 3. Aufl. 1868), Minckwitz (7 Bdchn., Stuttg. 1845; 1853), Donner (2 Bde., Stuttg. 1854), Oldenberg (Epz. 1869) und von Wolzogen (Lpz. o. J.); einzelne Stücke vorzüglich gut von Süvern (Sieben gegen Thebeno, Halle 1797), W. von Humboldt Hunter .Euuuer Lpz. 1816; 2. Aufl. 1857) und O. Müller (Eumeniden⸗, Gött. 1833). Eine deutsche Nachdichtung und Erklärung des Agamemnonv, der »Choéêphoreno und der »Eumenideno verfaßte Marbach in der Oresteia des A.» (Lpz. 1873). Aeschynanthus Jacł, Pflanzengattung aus der Familie der Gesneraceen, Halbsträucher oder Sträucher mit gegenständigen, fleischigen oder lederigen Blättern und schönen, meist scharlachroten oder gelben, in den Blattachseln oder an der Spitze der Zweige gebüschelten Blüten mit röhrenförmiger, etwas bauchiger oder nach oben erweiterter, meist ekrümmter Blumenkrone mit fast zweilippigem aume, vier Staubgefäßen, ringförmigem, meist dickem Diskus im Grunde der Blüte und langlinealischer, zweiklappiger Kapsel, deren längliche oder linealische Samen an beiden Enden je ein lanes (seltener mehrere), weißlich-glasiges Borstenaar tragen. Von den 40 im tropischen Asien heimischen Arten sind einige (namentlich A. pulcher mit hängenden Zweigen und scharlachroten, fast 7em langen Blüten) beliebte Zierpflanzen der Glashäuser. Aeschynomöne L. (d. h. die Schamhafte, weil die reizbaren Blätter bei Berührung die Fiedern wie die Mimosen zusammenlegen). Pflanzenattung aus der Familie der Schmetterlingsblütler, bteilung der Süßkleearten (Hedysareen): Kräuter, Halbsträucher oder Sträucher mit unpaarig gefiederten Blättern, mit zahlreichen kleinen Fiederblättchen, weißen, Zranb oder roten, gewöhnlich blattwinkelständige Trauben bildenden Blüten und Wesamde ülsen, deren quadratische oder halbreisrunde glatte oder stachelig-rauhe Glieder meist nicht aufspringen. Die meisten der 30 bekannten Arten sind Amerikaner. Von der ostind. A. spinulosa Roœb. werden die Bastfasern wie Hanf benutzt. Asoi oder Schlauchzellen, s. Asceus. — Aseigérus, schlauchzellenführend.