Balfrusch oder Barferusch, eigentlich Bälelsüas d. h. Ladungsmarkt, eine bedeutende Hanelsstadt in der pers. Provinz Masenderan, 13 km vom Kaspischen Meere entfernt, am schiffbaren Bawul oder Bubut, über welchen unweit eine schöne Brücke führt, liegt in einer sumpfigen Gegend, von Wald, Feldern, Gärten und Hecen umgeben. Die Stadt hat gutgebaute usselen breite und reinliche Straßen, und ihr Aussehen verrät den II* und die Thätigkeit der Bevölkerung. B. ist der große Markt zwischen Rußland und Persien, hat daher einen äußerst lebhaften remdenverkehr, 11 Karawanserais, und sein 1,5 Kkm ior Bazar enthält Waren aller Art. Auch betreibt der Ort Seidenzucht. Neben einer Zuckerfabrik liegen die Trümmer des Lustschlosses Bahr-Arem (Garten des mer in . aus des Schah Abbas Zeit. Das Wasser in B. ist nur aus Ziehbrunnen zu gewinnen und schmeckt 085 das Klima ist sehr ungesund. Die Zahl der Bevölkerung ist 1826 und 1832 — 36 durch Pest und Cholera auf 10000 vermindert worden. Durch eine mit Gärten und Zuckerpflanzungen bedeckte Gegend führt eine Straße nach dem Hafenorte Meschedier an der Mündung des Bawul, wo der russ. Seehandel mit Persien sich konzentriert. Die Haupteinfuhr der Russen besteht in Eisen und Naphtha; zur Ausfuhr kommen hauptsächlich Zucker und Seide. In der Umgegend wohnen die Tabaristaner (von taber, Holzaxt), im Altertume Tapyren genannt. Daher hieß das Kaspische Meer in der Kalifenzeit auch odas Meer von Tabaristano.