Aspekten heißen in der Sternkunde die merkwürdigsten unter den verschiedenen Stellungen der Sonne, des Mondes und der Planeten gegeneinander, wie sie uns nämlich, von der Erde aus gesehen, erscheinen. Man benennt gegenwärtig nur noch fünf A. Diese sind die Konjunktion oder usammenkunft, die Opposition oder der Gegenchein, der Gedritt⸗ oder Trigonalschein, der Geviert⸗ oder Quadratschein, —— Quadratur genannt, und der Gesechst⸗ oder Sextilschein. Die Konjunktion, in den Kalendern mit dem Zeichen N angedeutet, ergibt sich, wenn zwei Gestirne einerlei Länge haben. In diesem Falle sind ihre Orte am Himmel nur um die Differenz oder Summe ihrer Breiten, je nachdem sie nämlich auf einer Seite oder auf entgegengesetzten Seiten der Ckliptik liegen, 5 Aunl. dt und also, da die Breite der Sonne stets Null, die des Mondes und der meisten Planeten aber, die kleinsten zuletzt entdeckten ausgenommen, nie beträchtlich it, in der Regel wenig voneinander entfernt. Haben sie bei gleicher Länge auch völlig gleiche Breiten, so bedecken sie einander oder es geht der eine Körper vor dem andern vorüber. Die Konjunktion des Mondes mit der Sonne verursacht den Neumond; fällt aber ihre Breite fast oder ganz zusammen, so entsteht eine Sonnenfinsternis. Die Opposition, im Kalender P, ereignet sich, wenn die Länge zweier Gestirne um 180 Grad verschieden ist, sodaß as eine aufgeht, wenn das andere untergeht. Stehen Sonne und Mond im Gegenschein, so haben wir Vollmond, und fällt zugleich ihre Breite f oder ganz zusammen, so entsteht eine Mondinsternis. Für die Astronomie sind die Konjunktionen und ihuftuche Wis die in früherer Zeit größere wissenschaftliche Wichtigkeit hatten, nur noch von Bedeutung zur Bestimmung der Bahnen der Planeten, für die mathem. Geographie aber zur Bestimmung der geogr. Länge. Von besonderer Wichtigkeit in der Astronomie ist auch noch der Vorübergang der Venus vor der Sonnenscheibe, weil daraus die Entfernung der Sonne von der Erde bestimmt werden kann. Konjunktion und Opposition heißen wohl 3 — die beiden Syzygien (s. d.); indes wird dieses Wort gegenwärtig gewöhnlich nur beim Monde gebraucht. Der Trigonalschein findet statt, wenn sich die Längen zweier Planeten um den dritten, die Quadratur 11 wenn sie sich um den vierten, der den Tei chein X, wenn sie sich um den sechsten Teil von 360 Graden unterscheiden. Für die Wissenschaft sind die drei letzten A. von keinem Werte; die Astrologen schrieben ihnen einen großen Einfluß auf die Schicksale der Menschen und Staaten zu. Dieser Aberglaube war auch Ursache, daß die A. in die Kalender aufgenommen wurden, in denen sie 86s Gehrd jetzt, in der Regel aber mit Weglassung des Gedrittscheins und Gelesper bemerkt sind. sper oder Aktsche, d. h. Weißpfennig, die kleinste türk. Rechnungsmünze, die niedrigste Unterabteilung des türk. Piasters, welcher letztere in 40 Pardà zu 3 A. eingeteilt wird. Demnach betragen 120 A. einen Piaster; doch wird der Piaster in neuerer Zeit bisweilen auch in 100 Teile geteilt, welche gleichfalls A. (oder Minas) heißen. Agypten hat der Piaster 100 gute oder 120 ourant-A., in Kairo jedoch 80 Courant-A. Als 120. Teil des türk. Piasters hat der A. einen Wert von ½ Pfennigen deutscher Reichswährung (in der im kleinen innern Verkehr der europ. Türkei herrschenden Courantwährung nur etwa Pfennig). In Rumänien, wo 1868 der franz. Silberscheidemünzfuß als eingetreten ist, beobachtete man vorher die türk. Rechnungsweise, hatte aber etwas bessere Valuten; in der Walachei war der A. = etwa ½¼ Pfennig, in der Moldau —etwa ½ Pfennig (in Galatz jedoch etwa ½ Pfennig). In Serbien, wo man 1873 zwar ebenfalls den franz. Silberscheidemünzfuß als Landesmünzfuß angenommen hat, rechnet man im Verkehre aber noch häufig wie in der Türkei, und der A. hat dort ziemlich den gleichen Wert, nämlich von ½0 Pfennig.