FeedAuer (Alois, Ritter von Welsbach)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Auer (Alois, Ritter von Welsbach), in Wien. ger Direktor der Hof- und Staatsdruckerei in Wien, geb. 11. Mai 1813 zu Wels, bildete sich in der dortigen Druckerei zum Setzer, Korrektor und Gehun tsführer, beschaftigte sich aber in seinen Mußetunden mit Sprachstudien, besonders mit den neuern Sprachen, und zwar mit solchem Erfolge, daß er sich 1835 und 1836 an der Universität zu Wien einer Lehramts Wana unterziehen konnte. Hierauf war er ein Jahr ang als Privatlehrer in seiner Vaterstadt thätig und wurde 1837 Lehrer der ital. Sprache am ständischen Kollegium und am Lyceum in Linz. Nachdem er 1839 deveist Patte die Schweiz, Frankreich und England bereist hatte, um die typographischen und diesen verwandten Anstalten des Auslandes kennen zu lernen, wurde er im März 1841 zum Direktor der k. k. Hof⸗ und Staatsdruckerei berufen. Dieses Institut ward unter A.s energischer und sachkundiger Leitung bald eins der großartigsten Ctablissements dieser Art. Auch die Oberleitung der Ararialpapierfabrik Schlösabri lbei Gloggnitz und der kaiserl. Porzellanabrik führte A. mehrere Jahre. Im J. 1860 wurde er in den erblichen Ritterstand erhoben, 1864 trat er von der Leitung der Staatsdruckerei zurück und —7 10. Juli 1869 zu Wien. Von seinen Schriften ind zu nennen: «Sprachenhalle oder das Vaterunser in 608 Sprachen» (Wien 1844), mit lat. Typen: das 4Vaterunser in 206 Sprachen (Wien 1847), mit den nationalen Schriftzeichen, und die Typenschau des gesamten Erdkreises⸗ (Wien 1845); ferner Grammatischer Atlas oder theoretisch-tabellarische Darstellung aller nach Stämmen geordneten Sprachen des Erdkreises » (Wien 1854 Geschichte der k. k. Hof⸗ und Staatsdruckerei» (Wien 18511, Der Deloarepb. che Apparat der k. k. Hof⸗ und Staats-Cereir (Wien 1853), «Die Entdeckung des Naturl1od das (Wien 1856). Außerdem hat A. nicht loß das Gebiet der graphischen Künste, sondern auch das der typographischen Industrie mit mehrern neuen Erfindungen bereichert. Dahin gehören der Naturselbstdruck, die selbstthätige typographische Schnellpresse, die selbstthätige endlose Kupferdruckpresse; ferner das Verfahren, die Fasern der Maispflanze zum Spinnen und Weben, deren Abfälle aber zu Papier zu verwenden; dann die Darstellung einer Presse, welche nach Belieben als selbstthätige Schön⸗ und Widerdruckpresse oder doppelte Schöndruckpresse verwendet werden kann. Vgl. Beiträge zur ch te der Auero (2. Aufl., Wien 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 174Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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