Aufschließen ist eine Operation der analytischen Chemie, welche man häufig vornimmt, um unlösbehn Mineralsubstanzen in eine Form zu verwandeln, in welcher sie durch chem. Agentien e durch bar werden. So werden unlösliche Silicate dur Schmelzen mit kohlensaurem Natronkali derartig zersetzt, daß sie nach dieser Behandlung in Säuren leicht löslich werden, oder sie werden mit Fluorwasserstoffsäure behandelt, wobei die Basen in leicht zersetzbare Fluoride übergeführt werden; andere Stoffe 90 115 man mit saurem schwefelsauren Natron, wobei lösliche schwefelsaure Salze entstehen; Schmelzen mit Salpeter aufzusch 7⁷• Fahlerze durch Glühen in einem Strome von Chlorgas. Die Wahl des Aufschließungsmittels muß nach der Natur des aufzuschließenden Körpers und nach der zu bestimmenden Substanz 47„ werden. Will man z. B. in einem Silicate die Menge der Alkalien bestimmen, so muß man mit Fluorwasserstoffsäure aufschließen, während für die Bestimmung der Kieselsäure die Aufschließung durch Schmelzen mit kohlensaurem Natronkali zu erfolgen hat. Welchen Weg man auch einschlage, so sind die aufzuschließenden Substanzen immer vorher auf das allersorgfältigste zu zerkleinern, was bei harten Materien nur durch höchst mühsames und geduldprüfendes Zerreiben im Achatmörser erfolgen kann. Verwendet man hierauf nicht den erforderlichen Fleiß, so ist meist — v und Arbeit vergeblich gewesen, da dann keine vollständige Aufschließung erfolgt. inscriptio) bezeichnet im allgemeinen jede Schrift, welche auf der Außenseite eines Gegenstandes, wie auf einem Briefe, Buche, Gebäude, Geräte u. s. w., angebracht ist. Befindel sich die Schrift auf einem Bauwerke, einem Denkmale oder andern Kunstwerken, so ist der Ausdruck Inschrift, Panthen licher. Wegen der Bedeutung, welche die antiken Mi. chriften als authentische Urkunden für Geschichte ltertum und Sprache der alten Völker haben, ift die Inschriftenkunde oder 2Ahertenn (d.) ft Unterscied —. Die Numismatiker machen einer Medaille die um das Bild herumlaufenden Worte, mit Inschrift aber das bezeichnen, was im innern Raume der Medaille steht. In der Diplomatik werden Aufschriften (feu. suscriptions) die Bezeichnungen der Personen, in deren Namen die Urkunde ausgefertigt, und dermit den an die sie etwa besonders gerichtet sind, mit den dabei üblichen Formeln, genannt.