FeedAusten (Jane)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Austen (Jane), engl. Romanschriftstellerin, geb. 16. Dez. 1775 zu Steventon in Hampshire, wo ihr Vater Geistlicher war. Nach dessen Tode zog sich die Witwe mit ihren Töchtern nach Southampton und später nach dem nahen Dorfe Chawton zurück. Hier schrieb Jane A. ihre Romane Northanger A deyv, „Sense and sensibilityo, «Pride and Über der Ausarbeitung ihres letzten Romans, Persuasion v, überraschte sie 24. Juli 1817 zu Winchester der Tod. Ihre Romane zeichnen durch der soial des Stils und treffliche erungen der sozialen apnaus des engl. Mittel· standes aus. Eine Gesamtausgabe ihrer Werke erschien London 1870. Ihr 5 J. C. Austen9795 veröffentlichte ihre Biographie: A memoir of Jane A. 5 1871). oder Mollusken, welche in die Klasse der Blattkiemer oder Muscheln (Lamellibranchia) gehört und den Typus einer eigenen Familie in der Gruppe der nur mit einem Schließmuskel versehenen zweischaligen Muscheln bildet. Die zweiklapige Schale, welche den daran festgewachsenen Geichkörper des Tieres schützt, ist entweder einseitig oder auch doppelseitig gewölbt, der Bau blätterig. Der weiche Leib ist gewöhnlich von weißer oder fleischfarbener — welche jedoch viele Nuaneen, bis zum völligen Schwarz durchgeht. Der Schließmuskel ist stets etwas dunkler gefärbt. Ein brauner Kranz, der Bart, umgibt den Körper. Dieser Bart besteht aus den vier Kiemenblättern, deren schwingende Wimpern die Aufnahme von Nahrungsstoffen zugleich mit dem Wasser vermitteln. Die A. doppeltgeschlechtig, befruchtet sich aber nicht selbst, da die verschiedenen Zeugungsstoffe sich zu verschiedener Zeit entwickeln. Die junge, mikroskopische Brut sammelt sich vom April an bis August in den Kiemenblättern, welche dadurch milchig werden. Ihre Fortpflanzung ist eine unermeßliche; man hat gegen 1 Mill. Junge in einer größern A. berechnet. Die aus den Kiemen entlassene junge Brut schwärmt in dem Meere umher, bis sie ein eeignetes Objekt zum Anheften findet. Größere Alan werden von den A. ungern bewohnt. Sie verlangen einen Salzgehalt des Wassers von mindestens 1.7 Proz., kommen daher in Binnenmeeren, wie die Ostsee it, nicht fort. Sonst finden sie sich unter allen Rostoois trichen. Ihre Nahrung besteht nur aus mikroskopischen, pflanzlichen und tierischen Organismen. Erstere sind es auch, welche in gewissen Lagern ihrem Körper eine von Feinschmekkern 0 ätzte grüne Färbung verleihen. Die A. t viele Feinde, besonders unter den Bohrschnecken. ie Familie der A. zählt, außer der gewöhnlichen (Ostrea edulis), noch viele Arten, so: Ostrea cristata (Hahnenkammauster) im Mittelmeere; Ostrea parasitica (Baumauster) in Ostindien; Ostrea folium (Blattauster) in Afrika; Ostrea virginiana, canadensis und borealis in Nordamerika. Außerdem unterscheidet man zahlreiche Varietäten je nach Größe, Geschmack, Form und Fundort. In der Vorzeit gab es zah 9 2 Untergattungen (Gryphaea; Prr und Arten, die namentlich im ura und in der Kreide oft als Leitmuscheln für betimmte Schichtengruppen gelten. Die A. siedeln ich gewöhnlich auf felsigem Meeresgrunde an und bilden daselbst die sog. Austernbänke, welche oft von Milliarden besetzt sind. In Europa sind besonders reich daran die franz. Küste, dann die brit. Küsten; auch Schleswig, Holland Norwegen, Spanien und Portugal, Italien und Dalmatien bestzen mehr oder minder reiche Austernbänke. Die im Handel geschätztesten und verbreitetsten Sorten sind: die engl. Natives, Carlingfords, Whitstables, Colchesters; die französischen vom Rocher du Cancale bei St.Malo, aus der Bucht von Arcachon und Marennes; die großen holsteiner (eigentlich schleswigsche) aus Husum. Die reichsten Austernbänke besitzt Nordamerika in der — apeakebai, an den Küsten von Massachusetts und Virginia. er Fang der A. geschieht mit besondern Austernrechen oder in rößern Tiefen mit Scharrnetzen, wird aber so rücksichtslos betrieben, daß schon seit längerer Zeit eine bedeutende Abnahme in der Ausbeute bemerkbar ward. Um diesem Ausfall einer wertvollen Prodüktion zu begegnen, hat man die künstliche Rnand dresewte einzuführen versucht. Thatsächlich bestand dieselbe schon im Altertum mit ohh so namentlich im Fusarosee bei Neapel. Es gilt dabei nur, die junge, von den Kiemenblättern hegreisiih Brut, von welcher im freien Meere begrei ich Milliarden zu Grunde lege hinreichend zu schützen, indem man ihr Gelegenheit oder schädlichen Einwirkungen fern hält und für ein nahrungsreiches, aber reines Wasser sorgt. Zu diesem Endzweck begann man in Frankreich, namentlich auf Antrieb des Akademikers Coste, vom J. 1858 an künstliche Austernzuchtparks (Pares producteurs) anzulegen. Die Regierung unterstützte die Sache großartig. An allen Küsten ahmte man alsbald die Versuche nach, Tuiedeh in England und in Osterreich. Die Ergebnisse fielen jedoch keineswegs günstig aus. Die österr. Regierung sandte daher 1869 den suchit Schmarda nach Frankreich zu genauer Untersuchung des Thatbestandes. Sein Bericht ergab, daß von den 2000 Lenaste efunwelche sich 1867 längs der franz. wehr ern efunden haben sollten, 1869 keine 10 mehr existierten. Das gleiche Resultat brachte ein etwas später von der preuß. Re 105. Mur gleichem Zweck entsandter Experte (Prof. Möbius) zurück und infolge dessen wurden auch an den norddeutschen Küsten geplante Versuche wieder aufgegeben. Aufeucht ist damit keineswegs über die künstliche Aufzucht der A. der Stab gebrochen; im Gegenteil ist dieselbe sehr wohl möglich und durchführbar, nur gehören besonders geeignete * und Gewässer dazu, sowie man auch die artungen nicht allzu hoch spannen darf. Von den Oen Aust sind sehr zu unterscheiden die eigentlichen Austernarks (Claires), die bloß zur Heranreife und Mätung der A. dienen, welche aus andern, minder günstigen Gebieten versetzt, daselbst gepflegt, gereinigt u. s. w. werden. Für solche Par 8 eignen sich besonders die Buchten in der Nähe der Flußmündungen, welche stete Zufuhr an reichlicher Nahrung verbürgen. Die bekanntesten, schon seit alter * eingerichteten Austernparks befinden sich bei stende, Milford-Harbour, Harwich u. s. w. Von den franz. Austernparks sind jetzt die „ die von Auray und Arcachon. Die deutsche Austernfischerei beschränkt sich auf die im Wattenmeer der Westküste von Schleswig-Holstein bei Seit Föhr und Amrum gelegenen 47 Bänke, welche seit 1879 an ein hamburger Haus für 163000 Mark verpachtet sind. Die ital. 91 des Iuthro konzentriert sich, seit die Austernzucht des Fusgrosees aufgehört hat, hauptsächlich im Golf von Tarent. Die Produktion der A. hat um deswillen einen ansehnlichen volkswirtschaftlichen Wert, weil dieselben ein treffliches, leicht ch der 2. —. 8. mittel abgeben. Das Fleisch der A. enthält die Stoffe der Muskeln, außerdem Osmazom und Fett. Besonders ½½ aber erscheint ihr Reichtum an Salzen, namentlich an Phosphorsäure. Man genießt die A. . sowie in verschiedenen kulinarischen Zusammensetzungen. Versendet werden die A. in eigenen Körben sehmn; hre Schalen werden seun zur Herstellung von Kalk verwendet. Der Austernhandel m ungeheuere Ziffern auf. Die Stadt Paris verzehrt jährlich 775—132 Mill. Stück, wovon die meisten aus den Claires stammen. Auf den londoner Markt kommen jährlich 500 Mill. Stück. Nach Deutschland werden jährlich für etwa 7500000 Mark A. eingeführt. Am Ankande ind ist die Austernkonsumtion und der Austernhandel in den Vereinigten Stagten von Amerika entwickelt. Der Hauptsitz dieses Handels sind die Städte Richmond, Baltimore, Philadelphia, Neuyork, Fairhaven und Providence, zusammen mit einem jährlichen Umsatz von 20 Mill. Bushel oder einem Konsum von 4 Milliarden Stück A. Die Stadt Neuyork allein Etud. In lich das volle Jahr hindurch 3800 000 Stück. In Funhaven befinden sich Austernparks und künstliche Zuchtanstalten, die beide zusammen einer jährlichen Aussaat von 250000 Bushel bedürfen. Sehr bedeutend ist auch der amerik. Handel mit Austernfleisch, d. i. Austern ohne Schalen. Baltimore beschäftigt 500 Austernboote mit 2— 3000 Personen Bemannung für den Fang, 3000 Arbeiter für den Austernhandel, darunter 300 Klempner für die Anfertigung der Kisten aus Weißblech und Zink, in welchen die A. in Amerika versendet zu werden pflegen. Parks befinden sich ferner an der Küste von Connecticut, Neujersey, Staten-Island, in der Nordameri am Quinnipiac u. s. w. Die A. ist in Nordamerika ein wirkliches Volksnahrungsmittel. Die A. werden häufig von Krankheiten heimgesucht, die ihr an. Die verderben und den Genuß schädlich uach ie Erscheinungen werden von Pilzen verursacht, welche in dem Heslnd der Tiere wuchern. Nur in frischem Zustande sind die A. eßbar; wenige Stunden nach ihrem Tode, in welchem der Schließmuskel erschlafft und die Schalen sich öffnen, e sie in Fäulniß über. Gut verpackt vertragen sie aber ziemlich lange Transporte, und zwar ohne Meerwasser, wie man gewöhnlich annimmt; es genügt eine Quantität davon im Verschlusse der Schalen selbst. Schon die alten Römer verstanden es, die A. lange Zeit vollkommen frisch zu erhalten. Der bekannte Gourmand Apicius sandte sie aus Rom nach die. an den Kaiser Trajan. UÜberhaupt waren die A. den Völkern des Altertums als geschätztes Nahrungsmittel wohlbekannt. Der Prokonsul Sergius Orata legte die ersten Austernparks an im Golf von Bajä. Plinius beschreibt die Mästung der A. in den Lucrinischen Teichen; Horaz und Ausonius besingen diejenigen der Bucht von Cumä und der Südwestküste Galliens, wo heute ond die vorzüglichsten gewonnen werden. Als besonders schmackhafte A. galten ferner die von Brundusium, Tarent, Cyzikus und die des vulkanischen Sees Acheron, des heutigen Fusaro. Die künstliche Austernzucht der Anwohner des Bosporus erwähnt Petrus Gillius, indem er erzählt, daß sie A. säeten wie Getreide. Die Litteratur über die A. und die Meereskultur derselben ist ziemlich umfangreich; außer den Schriften von Coste, Broca, Fraiche u. a. sind hervorzuheben: Erco, «Notizen über Austernkultur» 110n d 1869); Schmarda, «Die maritime Produktion der österr. Küstenländero (Wien 1865); derselbe, Die Kultur des Meers in Frankreich. Bericht an das k. k. Ackerbauministerium» (Wien 1868) Blanchere, «Culture des plages maritimeso (Par. 1866); Kämmerer, Des ruches tuilées et de la culture des huitres sous le rapport commercialo (St.⸗Martin 1867); Lobb, Successful oyster culturep (Lond. 1867); Busch, «Der gerechte und voll-Beta, «Die Bewirtschaftung des Wassers und die Ernten darauso (Lpz. 1868); Mouls, ELes Huitres (4. Aufl., Par. 1868); «Statistique des peches maritimeso (Par. 1868); Möbius, «über Austern- und Miesmuschelzucht und die Hebung derselben an den norddeutschen Küstend (Berl. 1870); derselbe, Die A. und die Austernwirtschaft) scheret 1877; Tolle, »Die Austernzucht und Seefischerei in Frankreich und Englando (Berl. 1871). usterlitz, Stadt in Mähren, in der Bezirksder Katser⸗ aft Wischau, an der Littawa und an der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, 18 km östlich von Brünn gelegen, ist Sitz eines Bezirksamts, ihnt (1880) 3530 E. und besitzt eine mz Rierderg. irche und ein Schloß des Fürsten Kaunitz-Rietberg, in welchem sich eine Gemäldesammlung befindet und wo 1866 der kommandierende General des preuß. 6. Armeekorps von Mutius starb. Geschichtlich bekannt wurde der Ort durch die Dreikaiserschlacht (s. nebenstehenden Plan) vom 2. Dez. 1805 und den darauf folgenden Waffenstillien vom 6. Dez. Nachdem die Hear 13. Nov. ien besetzt und sich der Donaubrücke ohne Kampf Fürsten i hatten, schloß sich das österr. Korps des Fürsten Liechtenstein den Russen auf deren Rückzuge nach Mähren an. Napoleon I. ließ das 2. Korps und die Reservekavallerie folgen und brach selbst mit den Garden von Wien nach Brünn auf. Kutusow, zu welchem außer dem Korps des Fürsten Liechtenstein eine zweite russ. Armee unter Buxhöwden gestoßen war, hatte bei Olmütz 22. Nov. halt gemacht, wo am 24. der Großfürst Konstantin mit einem Teile der Garden eintraf. Kaiser Alerander war schon seit dem 18. Nov. im Hauptquartier, ebenso Kaiser Franz. Gegen Kutusows und Schwarzenbergs Rat wurde beschlossen, Napoleon anzugreifen, ohne die Ankunft der Erzherzoge Johann und Karl abzuwarten. Das österr.⸗ russ. Heer war 85000 Mann und 16 000 ferde lunf Der Vormarsch der Verbündeten geschah in ünf Kolonnen, mit einer Vorhut auf jedem Flügel und einer Reserve (Garden), aber äußerst langsam; man legte vom 27. bis 29. Nov. nur 60 EKm Benn Napoleon rief noch rechtzeitig sein 1. Korps, ernadotte, von Iglau, sein 3., . berdel von Wien, jedes zwei zenn stark, herbei und 8⁰ seine Truppen aus den Kantonnierungen bei rünn in eine Stellung hinter dem Gold(Rziczka⸗) bach zusammen. Am 1. Dez. beobachtete er die Finae. 4 5 der feindlichen Kolonnen. Der rechte lügel, 4. Korps (Soult), besetzte mit einer Diviion die Übergangspunkte des Bachs, Telnitz, Sokolnitz, Kobelnitz, zwei Divisionen (Vandamme und Saint-Hilaire) standen in Angriffsmassen (hier Pun erstenmal formiert) zu einem Offensivstoße bei untowitz vereint; den linken Flügel, über den Bach vorgeschoben, bildete das 5. Korps (Lannes) —— den Höhen südlich von Wellatitz, rechts daneben die Reservekavallerie unter Murat und das 1. Korps (Bernadotte); die Garden und Oudin N Orenadierdivision blieben hinter Schlapanitz in Reserve. Am 2. Dez. (morgens 7 Uhr) setzten sich staffelförmig vom linken Flügel die Kolonnen der Verbündeten in Bewegung. Jeder war ein bestimmtes Defilee zum Angriff zugewiesen: der Vorhut unter Kienmayer (Osterreicher) und der ersten Kolonne (Russen unter Doctorow) Telnitz, der zweiten (Russen unter Langeron) das Dorf und der dritten (Russen unter Przybiszewski) das Schloß Sokolnitz, der vierten (Osterreicher und Russen unter Kolowrat) Puntowitz: bei dieser Kolonne befand sich Kutuow, der Oberfeldherr. Nach Fortnahme der Deleen sollten die Kolonnen aufeinander warten dann • jenseit des Bachs entwickeln und dur eine tsschwenkung mit umfassendem Angriff den Feind aufrollen und von seiner Rückzugslinie rie den Gegner anfangs nur beschäftigen und erst, wenn der andere Flügel jenseit des Bachs vordringe, andenfhrz die Garden (Großfürst Konstantin) blieen hinter den Höhen von Blasowitz in Reserve. Beide Heere waren gleich stark, und dichter Nebel bedeckte die Gegend; gegen 8 Uhr brach adie Sonne von A.v» hindurch, und die «Dreikaiserschlachto be-Telmn Am Goldbache wurden die Defileen von elnitz und Sokolnitz von der Beches und den drei russ. Kolonnen nach einigen Wechselfällen genommen, Kutusow aber hielt die vierte Kolonne noch 538 0 und ließ sie erst auf ausdrücklichen ½ es Kaisers antreten. Diese Zögerung verschuldet den Verlust der Schlacht; denn sie brachte die Kolonnen außer Verbindung und gab Napoleon Zeit, die Angriffsmassen s eines Centrums (unter Soult) zum Durchbrechen der feindlichen Schlachtordnung gegen Pratzen vorgehen zu lassen; während Davoust mit seinen 11 ankommenden Truppen und der von den Defileen zurückweichenden Division des Soultschen Korps eine Flankenstellung auf den Höhen zwischen Kleinraigern und Kobelnitz, eine Reihe von Teichen vor der Front, nahm und diese Bodr die drei Kolonnen des linken ftolln! der Berbündeten behauptete, sodaß kein Aufrollen mögtlich war. Unterdessen stieß die eben aus Pratzen vorrückende vierte Kolonne unter Kolowrat auf den Feind. Es kam hier zu einem langen, heftigen Kampfe, der um 11 Uhr mit der Niederlage der „Verbündeten und ihrer vollständigen Auflösung )Jendigte. An der Brünn-Olmützer Straße hatte der „Kampf zwischen Lannes, welcher den linken Flügel befehligte, und Bagration mit großer Heftigkeit be⸗ „gonnen. Die Kavallerie der Verbündeten machte zwar einige glückliche Attacken, namentlich ritt das fruss. Regiment Garde zu Pferd vier Quarrées uneter den Augen Napoleons nieder und warf fünf „Schwadronen seiner Garde; aber die Franzosen gewannen auch hier das Übergewicht und zwangen Bagration zum Rückzuge. Napoleon hatte während dieses Kampfes seine Reserve, die Garden und Oudinots Grenadiere nach den Höhen von Pratzen eselben r und ließ nun die Truppen, welche dieselben erstürmt hatten, dem noch jenseit des Goldbachs gegen Davoust und bei 6 loß Sokolnitz kämpfenden Feinde in den Rücken gehen, während Davoust in der Front angriff. Die dritte Kolonne der Verbündeten wurde fast ganz vernichtet, die andern retteten sich teilweise. Dem Siege von Austerlitz, der eine neue Epoche in der Taktik bezeichnet, folgte unmittelbar der Friede. Noch am Abende des 2. Dez. trug Fürst Liechtenstein als Unterhändler der Verbündeten auf Waffenstillstand an, der nach einer Unterredung der Kaiser Franz und Rapoleon, welche am 4. stattfand, am 6. abgeschlossen wurde, worauf 26. Dez. schweren 4 und Ssterreich, unter neuen schweren pfern für letzteres, der Friede von Preßburg zu Stande kam. Rußland machte keinen Frieden und trat im folgenden Jahre, mit Preußen verbündet, wieder gegen Napoleon auf.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 252Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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