FeedAuswintern
PflanzenreichBrockhaus 1882

Auswintern nennt man die Zerstörung von Tieren und Pflanzen durch den Winterfrost. Es wirkt oft nützlich gegen das Ungeziefer; so würde B. der Landwirt der Feldmäufe nicht Herr weren, wenn Bon u Winterfröste nicht dieselben vernichteten. Von Nutzpflanzen sind in Mitteleuropa dem A. am meisten der Raps und der Weizen unterworfen, weil sie gewöhnlich in schwerem Boden gebaut werden. Die Pflanzen werden dabei nicht durch den Frost selbst, sondern vielmehr durch dessen mittelbare Wirkung zerstört. Die in die Spalten der Ackerkrume den 50d Feuchtigkeit zersprengt, zu Eis werdend, den Boden in viele Risse, lockert somit den Stand der Pflanzen, legt deren Wurzeln bloß und zerreißt dieselben, sodaß sie zu Grunde beben müssen. Man kann diesem lübel rechtzeitig ei guter Witterung einigermaßen dadurch abhelfen, daß man die Saaten mit einer schweren Walze über-Duch und so die Erde wieder an die Wurzeln anrückt. Als Schutz gegen das A. ist die Drainierung des Bodens, sowie in ebenen, dem Nordwind ausgesetzten Gegenden die Bestellung in scholligem Lande zu empfehlen. Auswittern, Ausblühen, ½½. ieren ist eine Erscheinung, die sich in 9 rystallbildung auf Erde, Steinen, Mauern, in Höhlen etc. äußert, wenn Salzlösungen in denselben durch Kapillarität in die Höhe steigen. So wittert Soda in den Puszten Ungarns aus, Salpeter in Indien, auf Ceylon, in Ungarn u. s. w. Der sog. Mauer⸗ oder Saleterfraß gehört gleichfalls hierher. Das Empor5ale von Krystallen aus den Lösungen gewisser Salze an den Wänden der Gefäße (Schalen, Bechergläser) wird auch Effloreszieren genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 274Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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