FeedAve Maria (lat.)
ReligionBrockhaus 1882

Ave Maria (lat.), oder Englischer Gruß, angelica salutatio, d. h. Gruß des Engels Gabriel an Maria (nach Luk. 1, 28), wird von den Katholiken ein Gebet zur Jungfrau Maria genannt nach den (lat.) Anfangsworten: «Gegrüßt seist du, Maria (Ave Maria) voll der Gnade; der Herr ist mit dir; du bist gesegnet unter den Weibern, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.» In dieser Weise wurde das Gebet nach einer Verordnung Gregors I. (590 —604) zunächst von den Priestern am vierten Adventsonntage unter der Messe als Offertorium gesprochen. Als dem Vaterunser ebenbürtiges Laienauln erscheint das Ave Maria mit dem erweiterten ultus der Maria seit dem 11. 5on Pr und wird als solches durch Odo, Bischof von Paris, 1196 empfohlen. Urban IV. setzte daher nicht allein (1261) die abschließenden Worte: Jesus Christus, Ameno, zu dem Obigen, sondern seit der ersten Hälfte des 16. Jahrh. fand das Gebet durch die Franziskaner immer allgemeiner den die heutige Form bildenden Abschluß als Zusatz zu der ältern Formel: (Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unf ers Todes, Amen.y Unter Anschlagen der Glocken, welches auch in prot. Ländern als Reuweile um Morgen⸗, Mittags⸗ und Abendgebet teilweise beibehalten ist und ebenfalls Ave Maria genannt wird, soll, einer Verordnung Johanns XXII. von 1326 gemäß, jeder Katholik diesen Engelsgruß morgens, mittags und abends jedesmal dreimal beten. Es geschieht dies nach den Kleinen Kugeln des Rosenkranzes, die deshalb gleichfalls Ave Maria der ge während die Großen Kugeln dem Vaterunser gewidmet sind. 150 Ave Maria bilden (nach den 150 Psalmen) ein Psalterium Maria e und haben nach dem gläubigen Gefühle der Katholiken hohe Gebetskraft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 288Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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