Aventürin oder Avanturin heißt in der Mineralogie eine rötlich-braune Varietät des Quares, welche entweder durch zarte, mit Eisenocker erllte Sprünge oder eingesprengte kleine Glimmerchüppchen, wodurch die Lichtstrahlen mannigfaltig gebrochen werden, einen Goldschimmer erhält. Seinen Namen hat er von der Ahnlichkeit mit irch Bue chillernden Glasflüssen erhalten, welche durch Zuall (Par aventure) dargestellt wurden. Man findet — am Ural, in Steiermark, in der Gegend von adrid u. s. w., und er wird zu Ringsteinen, Ohrgehängen, Dosen u. dgl. verarbeitet. Der Aventurinfeldspat oder Sonnenstein, welcher von Archangel und Ceylon stammt, auch in der Nähe des Baikalsees und von besonderer Schönheit bei eine Varietät des Oligoklases (einer Art triklinen [dspats), die kleine gelblich-rote Täfelchen von senglanz eingeschlossen enthält und deshalb goldglänzendes Licht reflektiert. „Aventurine, eine dem Aventurin an Ansehen ähnliche Art Steingut, bei deren Fabrikation unter die Thonmasse etwas Goldglimmer gemischt wird. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. „Aventuringlas (bisweilen Goldfluß genannt) ist der Name einer Glassorte, welche auf dem Bruche und auf geschliffenen Flächen an unzählig vielen Punkten einen starken und eigentümlichen Lichteffekt zeigt, wie es bei dem natürlichen Aventurin (s. d.) der Fall ist. Die kleinen, das Licht reflektierenden Kasmasse, liegen in einer anscheinend hellbraunen Glasmasse, die nach einer Untersuchung von P. Ebell eine Lösung von metallischem Kupfer in Glas ist, aus welcher sich beim Abkühlen krystallinische Abscheidungen von Kupfer gebildet haben. Das A. wurde früher nur in den Glasfabriken [der Insel Murano bei Venedig dargestellt und zu Schmuckobjekten der verschiedensten Art verarbeitet. In neuerer Zeit wird es in England, Frankreich und Deutschland fabriziert und ist als Zier⸗ und Dekorationsgegenstand wieder in verdiente Aufnahme gekommen, nachdem Pettenkofer die Darstellungsmethode beschrieben hat. Diese besteht im wesentlichen darin, daß man eine Hämatinonmasse (s. Hämatinon) mit Eisenfeile versetzt und nach dem Schmelzen möglichst langsam erkalten läßt. Ein dem A. ähnliches Glas ist das von Pettenkofer dargestellte Astralit (s. d.). Vgl. die Handbücher der chem. Technologier von R. Wagner (Lpz. 1875), Knapp (Braunschw. 1874); Kerl u. Stohmann Gen Ehem „„Encyklopäd. Handbuch der technien Chemies (3. Aufl., Bd. 3, Braunschw. 1875).