Ayala (Pedro Lopez de), span. Staatsmann und Historiker, zum Unterschiede von seinem gleichnamigen Sohne el Viejo genannt, geb. 1332 zu Murcia, stammte aus einem der ersten Häuser des castil. Adels, stand in hohem Ansehen bei mehrern Königen von Castilien und bekleidete unter Heinrich II. Drranel I. und Heinrich III. die Würde eines Groß anzlers und Oberkammerherrn von Castilien. Er wurde 1367 in der Schlacht von Najera von den mit Peter dem Grausamen verbündeten Engländern gefangen genommen und nach England geführt, in schwerer Auln gehalten und fiel 1385 in der Schlacht von Aljubarota in die Hände der Portugiesen. A. en Ar lahorra 1407. Unter seinen schriftstellerischen Arbeiten ist am bekanntesten sein Geschichtswerk «Crönicas de los reyes de Castilla D. Pedro, D. Enrique II., D. Juan I., D. Enrique III.d», die Zeit von 1350—96 behandelnd (2 Bde., Madr. 1780; die ältern Ausaben sind unvollständig). Obschon lat. und ital. chriftsteller, deren er r übersetzte, und vorzüglich Livius, den er zuerst ins Castilische übertrug Salamanca 1497 und 1552), Einfluß auf Stil und Darstellung hatten, bleibt das Werk doch immer ein beachtenswertes. Erst in neuerer Zeit sind die poetischen Werke A.s wieder aufgefunden worden, darunter das bedeutendste, der in den J. 1398—1404 geschriebene Rimado de palacio ( eimbuch vom Hoflebeno), in der alten Form der vierzeiligen, einreimigen Alexandrinerstrophen (istörn 1619; Auszüge daraus in Bouterweks «Historia de la literatura Espagnolan, Bd. 1, Madr. 1829). Es enthält Ratschläge über die Einrichtung eines wohleordneten Hofstaats, Lehren der Regierungskunst fur die Großen des Reichs, satirische Schilderungen der damaligen Zustände in Staat und Kirche sowie der Laster und aßte er u0. der verschiedenen Stände. Außerdem verfaßte er noch ein Buch De Cetreriap und lyrische Poesien (Cantares und Decires), die moralische Betrachtungen und Bitt⸗ und Lobgesänge enthalten und teils in den ältern nationalen, teils in den der provenz. Hofpoesie nachgebildeten Formen abgefaßt sind. A. erscheint als ein Repräsentant der übergangsepoche der span. Nationallitteratur aus einer mehr volksmäßigen, originalen in eine kunstmäßige, nachahmende. ö