FeedBachmann (Gottlob Ludw. Ernst)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bachmann (Gottlob Ludw. Ernst), Philolog, geb. 1. Tun 1792 zu Leipzig, erhielt seine Gymnasialbildung in Schulpforta und studierte 1812— 16 in Leipzig, Göttingen und Jena. Hierauf nahm er eine Lehrerstelle am Pädagogium in Halle, einige Monate später an dem Gymnasium zu Wertheim in Baden an, wo er zugleich Erzieher des Erbprinzen von Löwenstein-Wertheim wurde; 1824 legte er sein Amt nieder, um eine größere wissenschaftliche Reise unternehmen zu können. Drei Jahre lang benutzte B. nun die Bibliotheken zu Wien, Rom, Neapel und Paris für wissenschaftliche Zwecke und veröffentlichte hierauf während seines Aufenthalts zu Leipzig als Früchte seiner Forschungen: «Die ägypt. Papyrus der vatikanischen Bibliotheke (Lpz. 1828), die Anecdota graeca e codicibus bibliothecae regiae Parisiensiso (2 Bde., Lpz. 1828), und den ersten Band von Lykophrons Alexandrao (Lpz. 1830), welcher den griech. Text nebst kritischem Apparat enthält. Als Vorläufer zu dem zweiten Bande des letztern Werks, welcher den griech. Kommentar des Tzetzes nebst ältern Scholien enthalten sollte, erschienen die „Scholia vetusta in Lycophronis Alexandram (Rost. 1848) und „Joannis Tzetzae opusculum etc. (Rost. 1851). Im J. 1832 wurde er als Direktor des Gymnasiums und der Realschule nach Rostock berufen und 1833 ordentlicher Professor der klassischen Philologie an der Universität daselbst. Im J. 1843 besuchte er die Bibliotheken zu Stockholm und Upsala, reiste 1848 zum zweiten mal nach Paris und legte 1865 sein Amt nieder. Er starb 15. April 1881. Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen Scholia in Homeri Iriademv (Lpz. 1835 —38) und „Zur Handschriftenkunder (3 Hefte, Rost. 1850—61). erde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 327Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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