Baeyer (Joh. Jak.), preuß. Generallieutenant und ausgezeichneter Geodät, geb. 5. Nov. 179⁴4 zu Müggelsheim bei Köpenick, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin, trat 1813 als freiwilliger Jäger bei dem 3. ostpreuß. Infanterieregiment ein und nahm an den Ren dehr von 1813 und 1814 teil. Nach dem Frieden kehrte er auf das Gymnasium zurück, ging jedoch beim Ausbruch des Kriegs von 1815 abermals zur Armee, wurde als + dem 4. rhein. Landwehrregiment zugeteilt, blieb nun Soldat, besuchte die von Gneisenau in Koblenz improvisierte Kriegsschule, wurde dann von dem General von Müffling seit Mai 1816 in Koblenz und seit 1819 in Erfurt zu topogr. Arbeiten verwandt und 1821 zur Dienstleistung in den Generalstab gezogen. Als 1829 auf den Vorschlag der russ. Regierung eine Gradmessung bei Memel zur Verbindung der preuß. und russ. Dreiecke angeordnet ward, ordnete man B. dem Astronomen Bessel, welcher diese Operationen leitete, als Kommissarius des Generalstabs bei. Diese Arbeiten dauerten 1831—36, und B. erwarb sich dabei das Vertrauen Bessels in dem Maße, daß dieser auf den Titel des Werks über die Gradmessung in Ostpreußen (Berl. 1838) neben seinen Namen auch den B.s setzte. Schon seit 1826 hatte B. an der Kriegsschule Vorlesungen übernommen, die er auch während seiner Beschäftigung in Ostpreußen in den 2. amm Mietede fortsetzte. Im J. 1835 wurde B. zum Mitgliede der Studienkommission ernannt. In seiner militärischen Laufbahn stieg B. im Generalstabe bis zum Obersten und Abteilungschef und wurde 1852 zum Generalmajor ernannt. Nachdem er die Werke: KNivellement zwischen Swinemünde und Berlinv (Berl. 1840), Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der berliner Grundlinien (Berl. 1849) und Die Verbindungen der preuß. und russ. Dreiecksketten » (Berl. 1857), herausgegeben, versetzte ihn der König Friedrich Wilhelm IV., damit er sich ganz seinen Arbeiten widmen könnte, zu den Offizieren der Armee und stellte ihn dem Chef des Generalstabs zur Disposition, der ihm die Leitung der trigonometr. Abteilung wie bisher überließ. Im J. 1858 wurde B. als Generallieutenant zur Disposition gestellt und ihm die Ausfuhrung des von Preußen übernommenen Anteils einer europ. Längengradmessung unter dem 52. Parallel übertragen. Als B. 1861 den Vorschlag zu einer amitteleurop. Gradmessungy machte, traten sämtliche mitteleurop. Staaten auf Preußens Aufforderung dem Unternehmen bei. Ein Centralbureau dafür wurde 1864 in Berlin errichtet und B. zum Präsidenten desselben ernannt. Bis 1867 waren alle europ. Staaten außer England beigetreten, weshalb der Name der Gradmessung nun in «europäischen abgeändert wurde. In Erweiterung ihrer Organisation errichtete man 1869 ein permanentes Geodätisches Institut zu Berlin und ernannte B. 1870 auch zu dessen Aleden: dt Von Bis Schriften sind noch hervorzuheben: «über die Größe und Figur der Erde (Berl. 1861), «Das Messen auf der sphäroidischen Erdoberflächer (Berl. 1862), sowie der „Entwurf zur Anfertigung einer guten Karte von den östl. Provinzen des preuß. Staatsv. Außerdem erschienen von ihm, als Manuskript gedruckt: „Wissenschaftliche Begründung der Rechnungsmethode des Centralbureaus der europ. Gradmessungo (3 Hefte, Berl. 1869 — 71), Vergleichung einiger nt der Besselichen der königl. Landestriangulation mit der Besselschen Methoder (Berl. 1879), «über die Nivellementsarbeiten im preuß. Staate und die Darstellung ihrer Resultate in richtigen Meereshöheno (Berl. 1881). Das Geodätische Institut veröffentlicht seit 1863 unter B.s Leitung jährlich einen 4«Generalbericht über die europ. Gradmessungo, sowie auch die Verhandlungen der alle drei Jahre wiederkehrenden Konferenzen der Kommissare der verschiedenen Staaten, und «Publikationen des Geodätischen Institutso in einzelnen Heften.