Balkaschsee, richtiger Balchaschsee, bei den Anwohnern Dengis, Ak-Dengis (Weißes Meer) oder Ala-Dengis (Buntes Meer) genannt, ein See auf der Grenze der russ. centralasiat. Gebiete Semipalatinsk und Semirjetschensk, nach dem Kaspi⸗, Aral⸗ und Baikalsee der größte im Russischen Reiche, erstreckt sich, zwischen 45 und 487 nördl. Br., von 91—97² östl. L. (von Ferro) erst in der Richtung von S. gegen N., dann von W. nach O. Der See ist 525 km lang, im WSW.⸗Teile 87 km, im östl. Teile der Mündung der Flüsse Karatal und Lepfa gegenüber 9—17 km breit, bedeckt eine Fläche von 20 616 akm und liegt 238 müber dem Meere. Die Tiefe ist nirgends über 25 m/ größer auf der Nord⸗, geringer auf der Südseite. Die nördl. und westl. Ufer mit ihren scharfbegrenzten Contouren find terrassenartig, abschüssig, das Plateau des Randes bedeckt mit Wasten and, mit wenig Flüssen, die sich wie der Tokrau im Sande verlieren. Anders ist der Charakter der Südseite. Hier hat der Uferrand keine scharfen Umrisse, dagegen eine Menge Ein⸗ und Ausbiegungen, halbinselartige Vorsprünge, und geht ganz allmählich über in eine große niedrige Steppe, welche sich an 260 km weit bis zu den Vorbergen des Alatau erstreckt, von Sandhügeln durchzogen und von einer sehr dürftigen Vegetation von Sanduslamen bekleidet, unter denen die Anabasis ammodendron die vorherrschende ist. Dieses Gebiet bildet den größten Theil des russ. Gebiets Semirjetschensk, auch das Siebenstromland genannt von den Steppenflüssen, wie der große Ili, der Karatal oder Kartal, Aksu, Lepsa u. s. w., die teils mit weitreichenden Delten in den See gehen, teils denselben nicht erreichen oder vom See aus nicht befahren werden können; nur ein Arm des Ili ist vom See aus beschiffbar. Denselben Steppencharakter hat das Land im O. des B. Hier liegen die Reste seiner ehemaligen Fortsetzung: der Sassyk-Kul und der Ala-Kul oder Ara-Kul, letzterer mit der kleinen, früher irrtümlich für vulkanisch gehaltenen Infel Aral-Tube. Die ganze Steppe hat das Ansehen eines noch nicht lange vom Wasser bereiten Seebodens. Die zahlreichen Buchten des sind alle mit Schilfwaldung bewachsen, die oft 7m Höhe erreichen. Unter den zahlreichen Inseln des Sees, die sämtlich in der Nähe des Ufers liegen, ist die größte Utsch-Aral, die 16 EKm lang und auf der Nordwestseite eine gute Hafenbucht hat. Das Wasser des Sees ist sehr klar, aber, besonders an den Rändern und in den Buchten, salzig und ungenießbar. Vom Ende November bis April ist der See mit Eis belegt. Fische nährt er nur von kleiner Art. Auf Befehl des Generalgouverneurs Hasfort ging 1852 eine topogr. Expedition zunächst von der Nordseite bis zu den Mündungen des Karatal und Lepsa, 1853 bis zu der Mündung des Ili. Ein von Kusnezow und Paklevski ausgerüstetes russ. Schiff ging 1855 im Ili über 520 km aufwärts bis zum ches Menul Piket, doch hat diese Fahrt kein praktisches Resultat gehabt.