Baier (Joh. Wilh.), ein Vertreter der gemäßigten luth. Orthodoxie, geb. 11. Nov. 1647 zu Nürnberg, studierte in Rirch und in Jena, ward hier 1674 Professor der Kir engeschichte und schloß sich besonders an seinen Schwiegervater Musäus an. Im J. 1694 kam er als Professor nach Halle, 1695 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent nach Weimar, wo er 19. Okt. 1695 sarb. Er war von friedlicher Gesinnung und bedeutender Gelehrsamkeit und als Lehrer hoch geschätzt. Sein CCompendium theologiae positivaes (Jena 1686) ward öfter aufgelegt und noch 1757 von Reusch mit Anmerkungen herausgegeben. Sein Lehrbuch der Moral blieb unvollendet.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei