FeedBalbi (Adriano)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Balbi (Adriano), bekannt durch seine geogr. und statist. Arbeiten, geb. 25. April 1782 zu Venedig, wurde 1808 Lehrer der Geographie am Colleium San-Michele zu Murano, 1811 Lehrer der Physit am Lyceum zu Fermo. Von der päpstl. Regierung 1815 als Ausländer seines Amtes entsetzt, fand er nun bei der Leet e in Venedig eine Anstellung. Bei Gelegenheit eines Aufenthalts in Portugal sammelte er die Materialien zu seinem Essai statistique sur le royaume de Portugalo (2 Bde., Par. 1822) und' den ariétés politiques et statistiques de la monarchie portuaisen (Par. 1822). Nachdem er das Jahr 1832 zu Paris zugebracht, wandte er sich nach Wien, wo er den Titel eines kaiserl. Rats und ein Jahrgehalt erhielt. Seit 1847 Mitglied der wiener Akademie der Wissenschaften, starb er 14. März 1848 zu Venedig. Außer zahlreichen statist. Schriften veröffentlichte B. den Atlas ethnographique du slobey (Par. 1826) und den Abrégé de géographien (2 Bde., Par. 1832; 3. Aufl. 1850), seine beiden Hauptwerke. Namentlich fand letzteres Werk, das 1 in alle europ. Sprachen (deutsch, 6. Aufl. von Arendts, 2 Bde., Wien 1875 —78) übersetzt wurde, die allgemeinste Verbreitung. Eine Sammlung von B.s (Scritti geografici v (5 Bde., Tur. 1841—42) veranstaltete sein Sohn Eugenio B., der sich ebenfalls durch geogr. Arbeiten bekannt gemacht hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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