FeedBalbo (Cesäre, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Balbo (Cesäre, Graf), ital. Staatsmann und Schriftsteller, geb. zu Turin 21. Nov. 1789, wurde 1807 Auditeur beim Staatsrate zu Paris, 1808 Generalsekretär der Regierungskommission welche Toscana in eine franz. Provinz umschuf, dann in ähnlicher Stellung in Rom, Paris und 1813 in schastssekret verwendet und ging 1815 als Gesandtschaftssekretär mit seinem Vater ahn Madrid. Obwohl allen Umsturzbestrebungen ab hold, wurde er 1820 wegen seiner Beziehungen zum Prinzen von Carignan (Karl Albert) mit zur Untersuchung gezogen und mußte infolge dessen nach Frankreich ins Cxil gehen. Im J. 1824 kehrte er nach Italien zurück, ließ sich im Schloß Camerano in Montferrat nieder und widmete sich gänzlich dem Studium der Geschichte. Erst 1848 trat er wieder in das ADerfasu Leben ein. Nach der Bekanntmachung der Verfassung erhielt er 8. März vom König Karl Albert die Präsidentschaft des neuen Ministeriums, von der er jedoch nach der Schlacht von Custozza zurücktrat. Nach dem Tode Karl Alberts zog er sich vom öffentlichen Leben zurück. Er starb 3. Juni 1853 in Turin, wo ihm 1856 ein Standbild (von Vela) errichtet wurde. Unter seinen zahlreichen, um Teil tief eingreifenden Schriften sind besonders heronriuheben Storia d'Italiad (1830 u. öfter, bis auf Karl d. Gr.), Vita di Dantes (Turin 1839; neue Ausg., Flor. 1853), Meditazioni storichen (1842, unvollendet), Delle speranze d'Italiad (Par. 1844), Della monarchia rappresentativa in Italian (Flor. 1857). Vgl. Ricotti, «Della vita s degli scritti di Cesare B.v (Flor. 1856). — Sein Vater, Prospéro B., geb. 2. Juli 1762, war zur Zeit des Direktoriums sardin. Gesandter in Paris, nach der Restauration Gesandter in Madrid, später Großmeister der turiner Universität und Staatsminister; er starb 4. März 1837.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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