Ballade A ital. ballata, von ballare, tanzen: B. also eigentlich soviel wie Tanzlied) bezeichnete bei den südroman. Völkern seit etwa dem 12. Jahrh. ein kürzeres lyrisches Gedicht, welches aus drei oder vier, meist 8⸗, 10-oder 12zeiligen Strophen nebst Refrain bestand, in der Regel Liebesklagen zum In-Tan hatte und ursprünglich zur Begleitung des anzes gesungen wurde. In Italien haben unter andern auch Petrarca und Dante derartige B. —5 dichtet. Auch in Frankreich waren unter dem amen B. ähnliche kleine lyrische mit Rerran⸗ die in der Regel aus drei Strophen mit efrain bestanden, bis zur Zeit Ludwigs XIV. sehr beliebt. Von rankreich aus kam das Wort nach England und chottland, erhielt aber hier eine ganz andere Bedeutung, indem .½ als Bezeichnung für die lyrisch-epischen Volkslieder verwendet wurde, die von ercy in den Reliques of ancient English poetryy (1765) gesammelt wurden und außer auf die engl. auch auf die Entwickelung der deutschen Litteratur einen tiefgehenden Einfluß ausübten. Infolge dessen wird das Wort B. in Deutschland in demselben Sinne von Dichtungen gebraucht, die in dem Tone der alten engl. und schott. Volkslieder gehalten sind. In der B. überwiegt im Gegensatze zu der mehr epischen Romanze (s. d.) das lyrische Element. Die B. ist ursprünglich ausschließlich für den Gesang bestimmt; die andlung trägt einen düster-schauerlichen Charakter und schreitet oft sprungweise vor, sodaß die Ergänzung der fehlenden Mittelglieder der Phantasie des Hörers überlassen bleibt. In Deutschland sind vor allen Bürger, Goethe, Uhland und Heine als Balladendichter zu nennen.