Barabra oder Berabra (arab. Baräbirah, Plural von Barbari) werden die echten Nubier genannt, welche das schmale Nilthal von dem ersten Katarakt des Nils bei 4 — bis zum zweiten am Wadihalfa bewohnen. Ihre Gesamtzahl beträgt etwa 40000 Individuen, die in 80 kleinen Dörfern und einem großern Dorfe, Derr, welches als Hauptort des Landes gilt, angesiedelt sind. Die B. sind von rötlich-brauner Hautfarbe, mittlerer Gestalt, schwach entwickelter Muskulatur und langen feinen Extremitäten. Ihre Physiognomie ist durchaus nicht negerartig und das Haar nicht wollig. Dasselbe hängt bei den Frauen und Mädchen in vielen dünnen Flechten um Hals und Wangen und ringelt sich, wenn Die V. And zu spiralförmigen Locken zulämmen, Die B. sind mäßige und ehrliche Leute, die namentlich in Agypten wegen eit Treue und Verlaßlichkeit zu häuslichen Dienstleistungen gern verwendet werden. Wegen der Armut ihres Landes wandern die B. mlin die Fremde, um sich dort Geld zu verdienen und die Ersparnisse schlie lich in der 5. u Heimat zu verzehren. Die Sprache der B., zu welcher die Sprache Dongolas sich als Seitendialekt verhält, ist ein Zulamuts mit keiner Sprache Afrikas in näherm Zusammenhange stehendes Idiom. Sie wird auch außerhalb des Landes verstanden, indem sie im östl. Darfur als lingua franca unter den Kaufleuten kursiert. Als Vorfahren der Nubier werden von Lepsius die seit dem 3. Derhonn ar v. Chr. auf den 4 betr Denkmälern „wiederholt vorkommenden Uaua betrachtet. Vgl. Hartmann, «Reise des Freiherrn Adalbert von Bar⸗ „nim durch Nordostafrika w1859—605 (Berl. 1863); bus Naturgeschichtlich-mediz. Skizze der Nilländery(Berl. 1865); Reinisch, Die Nuba-Sprache-Bde., Wien 1879); Lepsius, RNubische Grammatiks (Berl. 1880). Barack (Karl Aug.), Germanist, geb. 23. Okt. 1827 zu Oberndorf am Neckar in Württemberg, be933 6 die Lateinische Schule seiner Vaterstadt und as und pude zu Rottweil, studierte zu Tübingen und wurde 1855 Konservator und Sekretär der Bibliothek des Germanischen Museums in Nürnö want Im J. 1860 übernahm er sodann die Verwaltung der Hofbibliothek des Fürsten zu . 1870 berg in Donaueschingen und erließ 30. Okt. 1870 einen atur. zur Wiedererrichtung einer Bibliothet in Straßburg, der großen Erfolg hatte. B. wurde dann im Juli 1871 zur Einrichtung und Verwaltung dieser Bibliothek nach Straßburg berufen und im Juni 1872 zum Oberbibliothekar mit dem Titel eines ord. Professors ernannt. Wesentlich seiner energischen Thätigkeit ist es zu verdanken, daß 300005 W jetzt wieder eine Bibliothek von über 500000 Bänden besitzt. Von seinen litterarischen Publikationen, die meist dem deutschen Mittelalter angehören, sind zu nennen: «Die Werke der Hrotsvithar (Nürnb. 1858), Hans Böhm und die Wallfahrt nach Niklashausen im J. 1476, ein Vorspiel des großen Bauernkriegso (Würzb. 1858), Ein Lobgedicht auf Nürnberg aus dem J. 1490, von dem Meistersänger Kuntz Haßo (Nürnb. 1858), Die Spinnstube nach Geschichte und Sagey (1859), Nachrichten zur 1„ der Kirche von Eschenbach an der Pegnitzt (Rürnb. 1859), „Des 1— Netz. Satirisch-didaktisches Gedicht aus der ersten Hälfte des 15. Jahrh. v (Stuttg. 1863), «Die Handschriften der Fürstlich-Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen, geordnet und beschrieben (Tüb. 1865), «Gallus Oheims Chronik von Reichenauv (Stuttg. 1866), Bruchstücke aus Wigands von Marburg Reimchronik' (Wien 1867), Zimmerische Chronik‘ (4 Bde., Stuttg. 1869), „Althochdeutsche Funder (Ezzo-Leicho und Memento moriin 4Zeitschrift für deutsches Altertumꝰ, Bd. 23, 1879, und in phototyp. Falsimile, Straßb. 1879), „Zimmerische Chroniks (2. Aufl., 4 Bde., Freib. i. Br. u. Tüb. 1881).