Bar-Cochba (Simon), der Anführer der Juden in dem großen Aufstande derselben gegen die Römer unter Kaiser Hadrian 131—135 n. Chr. Dreimal hatten sich bereits die unterdrückten Juden in den J. 115—118 10 Erfolg erhoben, als 130, bald nach Hadrians Abreise aus Syrien, im stillen vorbereitet, eine neue Empörung ausbrach, an deren Spitze B. stand. Er hatte sich den Namen Bar-Cochba, d. i. Sohn des Gestirns, beigelegt, insofern die alte Weissagung (4 Mos. 24, 17) von dem aus Jakob aufgehenden Stern durch ihn erfüllt werden sollte. Mit großem Erfolg kämpfte er anfangs gegen die Römer, die sogar Jerusalem verlassen mußten, sodaß er zum König proklamiert wurde und selbst Münzen schlagen ließ. Der Krieg verbreitete sich über das Gebiet des eigentlichen Palästina hinaus, und 50 Städte nebst vielen Flecken und Dörfern kamen in den Besitz der Juden. Als aber Hadrians Feldherr Julius Severus anrückte, ward Jerusalem genommen und im Aug. 135 die letzte Festung, Bether. Auch B. fiel am Tage dieser Eroberung. Hunderttausende von Juden waren in diesem Kriege umgekommen, viele, unter andern Akiba (s. d.), wurden hingerichtet, und grausame Gesetze folgten diesem letzten Versuche der Juden, polit. Unabhängigkeit zu erlangen. Vgl. Münter, «Der jüd. Krieg unter den Kaisern Trajan und Hadrian »(Altona 1821).