Bärte, wenigstens bei Beamten. Die Mode bat sich fort und fort in häufigem Wechsel mit Form und Tracht des B. fe bald war mehr der Schnurr⸗ oder der Knebelbart, bald der sog. Henriquatre, bald auch nur der Backenbart beliebt; bei einzelnen Völkern bürgerte sich eine ganz besondere Bartform ein, z. B. bei den Ungarn. Der B. hat, außer den mit dem Kopfhaare gemeinsamen Krankheiten ( B. rahten ade und Kleienflechten, Wabengrind, Ausfallen oder Erlche der Haare u. s. w.), noch einige eigentümiche Krankheiten, namentlich die Bartfinne oder den Bartgrind (Mentagra, Sycosis), eine schmerzhafte, tiefgreifende Entzündung der Haartalgdrüsen, welche leicht zu ausgedehnter Borkenbildung, zu Geschwüren und Wucherungen führt, meist durch ars, l von Schmuz an den Wurzeln des Haars, oft aber auch nur durch das Rasieren hervorgerufen oder unterhalten wird. Ein eigentümlicher mikroskopischer Ban (Trichophyton tonsurans) findet sich bei der Bartfinne an und in den erkrankten Haaren. Diese parasitäre Form der Bartfinne, welche Köbner als eknotige Trichomycosiso bezeichnet, ist durch Ansteckung von einer Person auf die andere übertragbar. Dieselbe kann gewöhnlich schon durch vollständiges HBeirei⸗ (Ausraufen) der kranken Haare und durch Bestreichen der erkrankten Stelle mit Auflösung von Quecksilber⸗ oder Kupfersalzen, mit Schmierseife oder Schwefelpaste, gründlich geheilt werden. Vgl. Delaure, Pogonologie ou histoire philosophique de la barbes (Par. 1786); Schelle, «Geschichte des männlichen B.» (Lpz. 1787).