FeedBartgeier
TierreichBrockhaus 1882

Bartgeier, eine Gattung der Raubvögel, welche den Übergang von den Geiern zu den Adlern bildet und sich von den erstern durch den dichtbesiederten Kopf und Hals, von den letztern durch den an der Wurzel geraden, vorn gewölbten und an der Spitze stark hakig gebogenen Schnabel untersefen, Die spaltförmigen Nasenlöcher sind mit teifen, vorwärts gerichteten Borsten überdeckt, und am Grunde des Unterkiefers steht ein Büs el von Federborsten (Bart). Der gewöhnliche B., Geieradler oder Lämmergeier (Gypaétos barbatus), welcher in allen höchsten Gebirgen der Alten Welt, in den Alpen und Attar wud dem Balkan und Kaukasus dem Sinai, Altai und Himalaja, dem Atlas, den Aures und in Abessinien lebt, ist der größte Raubvogel der Alten Welt. Er ist 1,25 m 00 und hat eine Flugbreite von über 3 m. Die Oberseite des Körpers ist glänzend braunschwarz, mit weißem Schaftstrich an jeder Feder, der Kopf weißlich mit otaelo. Augenstreifen; Hals und Unterseite sind rostgelb. Seine Kra en sind weit schwächer als an manchem ungleich kleinern Raubvogel; nur sehr selten geht er auf größere Beute aus, und die Rauder ichten von Wegführen von Lämmern und indern scheinen sich wesentlich auf den Steinadler zu beziehen, wenn auch einzelne Fälle von ihm beglaubigt sind. In der Aeten aft wird er sehr zahm. Er lebt von frischgetöteten kleinern Säugetieren, im Süden auch von Schildkröten, rührt Vögel nicht an, nährt sich aber auptsächlich von Aas. Die ältern B. verschlucken ungeheuere Knochenstücke und scheinen die Knochen größerer Tiere aus der Höhe auf Felsen herabfallen zu lassen, um sie zu zerbrechen und zu verschlingen. Das auf den unzugänglichsten Felsen angelegte Nest enthalt zwei bis vier s mutzigweiße, braungefleckte, rauhe Eier. Die Legezeit ällt in den März. Die Jungen bleiben bis gegen en Herbst im Neste und werden mit frischer Beute gefüttert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 510Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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