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GeschichteBrockhaus 1882

Bartenstein (Joh. Christoph, Freiherr von), österr. Staatsmann, geb. 1689 zu Straßburg, de Soh aus einer bürgerlichen Familie und war er Sohn eines prot. Schuldirektors. Den Grund u seiner Berü mtheit legte er 1709 durch eine rechts-Hlerie Schrift über den Krieg des Kurfürsten oritz gegen Karl V. in der er das Recht der Kriegführung seitens der Reichsstände gegen den Kaiser verfocht, ein Grundsatz, den er in seiner eigenen politischen Thätigkeit aufs schärfste bekämpft hat. Er trat 1715 in den Dienst des österr. Staates und um Katholizismus über. Seine große Carriere egann 1727, als er den erkrankten geheimen Staatssekretär Buol als Substitut, dann als Nachfolger ersetzte. Diese Stellung brachte ihn in den veralmahlid Verkehr mit Kaiser Karl VI., der sich allmählich völlig von dem Minister leiten ließ. Der Einfluß B.s dauerte auch unter Maria Theresia ungeschwächt fort, bis ihn 1753 Kaunitz in der Leitung der Auswärtigen Angelegenheiten ablöste. B.s langjährige Bemühun en, Karl VI. die Anerkennung seiner Pragmatischen Sanktion von Curopa uverschaffen, erwiesen sich unmittelbar mit dem ode dieses Fürsten als vergeblich, und die Politik, die er unter Maria T eresia verfolgte und die in dem Anschluß an Frankreich zur ernichtung Preubens und in der Repression der englischen Allianz — 4½ benst zu den für Osterreich so demütigen-Friedensschlüssen von Breslau, Dresden und Aachen. Trotzdem bewahrte sich B. auch nach dem Rücktritt von dem Auswärtigen Ministerium die Zuneigung der Kaiserin, die ihn neben andern Amtern und Ehren mit der NIu Wien ihres Sohnes Noie betraute. B. starb zu Wien 6. Aug. 1767.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 510Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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