FeedBarzu-nameh (Buch von Barzu)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Barzu-nameh (Buch von Barzu), pers. Heldengedicht von etwa 65000 Distichen (Beit), welches noch nicht gedruckt ist, sondern sich handschriftlich in Paris und London vorfindet. Nur ein kurzes Bruchstück gab Kosegarten mit übersetzung heraus in den Fundgruben des Orients » (Bd. 5, Wien 1818), woraus es Vullers in seiner „Chrestomathia Schahnamianas (Bonn 1833) wiederholte. Das Gedicht, zu jenen epischen Produkten gehörig, welche das Schahnamehs des Firdusi nachahmen und von diesem nicht behandelte Teile der Heldensage versifizieren, erzählt, wie Sohrab, der Sohn des Rustam aufeiner Fahrt nach Iran lauf welcher er von Huen Vater getötet wird) sich mit der Tochter des Burgvogts von Segnan, Schahrud, vermählt und letztere dem Barzu das Leben gibt, der am Hof des turanischen Afrasiat aufwächst, später auf einem Zug .— Iran gefangen wird und in der iranischen Armee bleibt, worauf er viele m si Abenteuer besteht. Die Sage ist eine Variante der Sohrabsage und der Dichter hatte die Absicht, sie dem „Schahnameh hinter der Geschichte von Sohrab einzuverleiben. Es gibt in der That im »Schahnamehr Interpolationen aus dem B. Als Verfasser des B. wird von Anquetil du Perron, der die pariser Handschrift erwarb, Atäi genannt, der sonst unbekannt ist. Ein Auszug aus dem B. ist das „Susen-nämehr (Buch der Sängerin), gleichfalls handschriftlich zu Paris, worin eine turanische Sängerin iranische Helden an sich lockt und gefesselt nach Turan sendet. Vgl. Mohl, XLe livre des roiso (Bd. 1; 2. Aufl., Par. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 523Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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