FeedBasilius (Valentinus)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Basilius (Valentinus), bedeutender Schriftsteller und Forscher aus der letzten Zeit der Alchimisten, soll angeblich am Oberrhein geboren sein, in seiner Jugend große Reisen durch Spanien, die Niederlande und England gemacht und 1413 im Peterskloster in Erfurt gelebt haben. In seinen zahlreichen Schriften findet sich ein wunderbares Gemisch von mystischer Schwärmerei und wahrem Forschungsdrang, der sich in letzter Instanz zwar immer auf die Auffindung des Steins der Weisen diuftaber außerdem eine Fülle von naturwissenschaftlichen Kenntnissen verrät, wie sie zu seiner Zeit bei keinem andern gefunden wird. Er kannte das metallische Arsen genau, wußte, daß es mit Schwefel eine rote Verbindung eingehe, er Felbe zuerst des Wismuts, des Zinks. Das Quecksilber stellte er durch Destillation von Sublimat mit Kalk in reinster Form dar, er beschrieb die Darstellung des Knallgoldes und kannte seine explosive Wirkung. Quecksilbersalpeter und Bleizucker stellte B. zuerst dar; er erhielt Eisenvitriol durch Lösen von Eisen in Schwefelsäure und beschreibt die Bereitung des Grünspans. Aus dem Schwefelspießglanz schied er metallisches Antimon ab und bereitete eine ganze Reihe von Antimonverbindungen: das Antimonglas, die Spießglanzblumen, Goldschwefel, Spießglanzbutter u. s. w. Er führte die Antimonpräparate in die Medizin ein und glaubte damit auf gleiche Weise den kranken Körper heilen zu können, wie nach seiner Beobachtung unreines Gold durch Schmelzen mit Spießglanz von seiner Krankheit befreit und geläutert wird. Von größter Bedeutung für die Chemie ist seine Entdeckung der Salzsäure geworden, die er durch Destillation von Kochsalz mit Vitriolöl erhielt. . der Untersuchung der Metalle bewies er große Geschicklichkeit. Seine Schriften sind erst lange nach seinem Tode gesammelt und dann später ungewiß herausgegeben worden, es ist bislang noch ungewiß, ob die Originale in deutscher oder lat. Sprache verfaßt waren. Die wichtigsten derselben sind: Currus triumphalis Antimonii (Der Triumphwagen des Antimonv); „De magno lapide antiquorum Sapientum (Vom großen Stein der uralten Weisen v); Repetitio de etc.o (Offenbarung der verborgenen Handgriffey); «Tesolusiones „ (4Schlußreden »). Gesammelt wurden seine Schriften am vollständigsten von Peträus (3 Tle., Hamb. 1717). Vgl. Kopp, 4Geschichte der Chemier (4 Bde., Braunschw. 1843—47).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 537Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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