FeedBebel (Heinrich)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bebel (Heinrich), latinisiert Henricus Bebelius, einflußreicher Humanist, geb. 1472 zu Justingen in Schwaben als Sohn eines Bauern, besuchte die lat. Schule des Dorfes Schelklingen bei Ulm und widmete sich dann auf der Universität Krakau unter Anleitung des Maturantius Pompilius und Laurentius Corvinus der Rechtswissenschaft und humanist. Studien. Im J. 1494 befand er sich in Basel, wo damals der Kampf zwischen Realismus und Nominalismus die Gemüter erregte. Im J. 1497 wurde B. als Professor der Beredsamkeit und Dichtkunst an die 1477 gestiftete Universität Tübingen berufen und erklärte hier die lat. Redner und Geschichtschreiber; 1501 erhielt er von Maximilian I. den poetischen Lorbeerkranz. Mit Reuchlin und Erasmus, besonders mit 0. Naukler (Vergenhans), war er eng befreundet. B.s Hauptruhm beruht auf seiner außerordentlichen Lehrthätigkeit. Sein be- und lodte Werk sind die 1506 zuerst erschienenen und später oft aufgelegten Facetiaen (Sammlung von Anekdoten und witzigen Aussprüchen). B. scheint 1516 gestorben zu sein. Vgl. Zapf, „Heinrich B. nach seinem Leben und Schriften»(Augsb. 180²).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 662Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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