Bennigsen (Levin Aug. Theophil), russ. Feldherr, geb. 10. Febr. 1745 zu Braunschweig wurde 17⁵⁵ Page am kurhannov. Hofe, 1759 Fähnrich in der hannov. Fußgarde, und avancierte im Lauf des Siebenjährigen Kriegs, erst 17 X alt, zum Kapitän, nahm aber schon 1764 den Abschied. Zerrüttete Familienverhältnisse veranlaßten ihn, russ. Dienste zu suchen. Er wußte es dahin zu bringen, daß ihm zu diesem Behuf ein hannov. Oberstlieutenantspatent verliehen wurde. Darauf hin wurde er 1773 als Premiermajor in der russ. Armee anestellt, und focht 1774 unter Rumäntzow gegen die Lurten, 1788 als Oberst unter Potemkin bei dem Sturm von Otschakow. Als Brigadier zeichnete er sich 1792 in Litauen im kleinen Kriege aus: 1794 wieder in Litauen verwendet, wurde er nach einem Gefecht, das er bei Soli selbständig und siegreich gegen eine Insurgentenschar bestand, zum Generalmajor befördert. In dem Treffen bei Wilna führte er einen erfolgreichen Reiterangriff aus; später gelang es ihm, bei Olita eine Insurgentenschar vollständig zu sprengen. In dem Kriege gegen Persien, 1796, trug er wesentlich zur Eroberung von Derbent bei. Unter Kaiser Paul wurde er 1798 Generallieutenant, sien dann aber in Ungnade und ließ sich infolge dessen von den gegen das Leben des Kaisers Verschworenen anwerben. Er führte in der Nacht vom 23. März 1801 die Verschworenen in das Schlafzimmer des Kaisers und trug durch seine Energie das meiste zum Gelingen der Mordthat bei. Alexander I. ernannte ihn 1802 zum General der Kavallerie. In den beginnenden Kämpfen mit Frankreich + B. das Kommando der sog. Nordarmee, die aber 1805 nicht zur Verwendung kam; 1806 bildete dieses Korps wieder unter B.s Befehlen einen Teil der Armee in Preußen. Während Kamensky, der perwoekte geworden war, die russ. Armee in den verwirrte ten Rückzug verwickelt hatte, gelang es B. am 26. Dez. 1806 bei Pultusk die Angriffe des Marschalls Lannes zurück4132 Stel Bald darauf wurde B. an Buxhöyens Stelle zum Oberbefehlshaber ernannt. Als 7˙* hielt B. am 7. und 8. Febr. 1807 dem Feinde i Eylau (s. d.) Stand zur Schlacht, welche ihm den Ruhm verschaffte, zum erstenmal den Zauber der Unüberwindlichkeit Napoleons gebrochen zu haben. Im de Dann 1807 that B. nichts, um das bedrängte Danzig zu entsetzen, dann aber zog er sich am 14. Juni bei Friedland eine entscheidende Niederlage site und darauf war er es, der vor allen zu dem Tilsiter 5. eini⸗ drängte. Nun lebte B. einige Jahre auf seinen Gütern in Litauen; 1812 erschien er ohne Amt wieder bei der Armee, wo er den thätigsten Anteil an den Inucht, gegen Barclay rar Doch gelang es ihm nicht, sich an dessen Stelle einzudrängen. Unter Kutusow wurde er Chef des Generalstabes. Als bind. focht er 7. Sept. in der Schlacht bei Boroino. Am 18. Okt. erfocht er bei Tarutino einen namhaften Erfolg über Murat. Er war von Kutusow nur 2 auuiow unterstützt worden. Darauf klagte er Kutusow bei Araktschejew und beim Kaiser an; er habe Moskau ohne alle Notwendigteit dem Feinde überlassen und am 18. Okt. den Erfolg absichtlich hintertrieben. Der Kaiser sendete B.8 Denunziationen Kutusow selber zu, und B. erhielt darauf von diesem den Befehl, die Armee augenblicklich zu verlassen. Nach Kutusows Tode wußte es aber B. wieder dahin zu bringen daß er das Kommando der in Polen gebildeten Reservearmee erhielt. Mit dieser «Polnischen Armeer marschierte er im Aug. 1813 nach Böhmen, und von dort mit der Hauptarmee nach Sachsen. In der Schlacht bei Leipzig am 18. Okt. führte er die dritte Hauptkolonne, 59000 Mann stark, focht siegreich wie die gesamte Heeresmacht der Verbündeten und wurde am Abend dieses Tags vom Kaiser Alexander in den Grafenstand erhoben. Dann wurde ihm die Belagerung Hamburgs aufgetragen, das die Franzosen aber erst nach dem Frieden räumten. Nach dem Frieden erhielt er 1815 das Kommando der zweiten Armee im südl. Rußland; Kränklichkeit nötigte ihn, 1815 seine Entlassung zu nehmen. Er starb 3. Okt. 1826, erblindet, auf seinem Stammgut Banteln bei Hannover. B. ist auch als militärischer Schriftsteller aufgetreten in Gedanken über einige Kenntnisse, die einem Offizier der leichten Kavallerie nötig sindo (Wilna 1805). Wichtiger sind indeß die Memoiren, die er handschriftlich hinterlassen hat. ö