Bergasse (Nicolas), franz. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 1750 in Lyon, wo er als Advokat lebte, bis er Parlamentsadvokat in Paris wurde, machte sich zuerst einen Namen in dem berühmten Prozesse Beaumarchais' mit dem Bankier Kornmann. Beim Ausbruche der Revolution wurde er von der Stadt Lyon in die Versammlung der Generalstaaten erwählt, weigerte sich aber später, den Eid auf die neue Konstitution zu leisten, und nahm darum seine Entlassung. Von nun an beschränkte er sich auf publizistische Thätigkeit und verfaßte namentlich mehrere Broschüren gegen die Assignaten und andere Maßregeln der Nationalversammlung. Ohne gerade ein Anhänger der absoluten Monarchie zu sein, näherte er sich doch der Partei des Hofs. Da man 10. Aug. 1792 in den Tuilerien von ihm mehrere Briefe und ein Mémoire an den König, den Plan einer Konstitution, vorfand, so wurde er deshalb festgenommen, und nur der Sturz Robespierres rettete ihm das Leben. Hierauf widmete er 10 besonders philos. Arbeiten. Von seinen Schriften sind von Bedentung: „Sur Lin-Huence de la volonté et sur L'intelligence (Par. 1807), Essai sur la loi, sur la souveraineté et sur la liberté de manifester ses penséeso (Par. 1817; 3. Aufl. 1822) und Essai sur la propriétén Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. (Par. 1821). Er war einer der eifrigsten Anhänger der Mesmerschen Lehre vom Magnetismus. Von Karl X. ward er 25. Juli 1830 zum Staatsrat ernannt. Nach der Julirevolution lebte er in Zurückgezogenheit und starb zu Paris 29. Mai 1832.