Bergarbeit eingestellt. Er fährt alsdann als Lehrhäuer zur Gesteinsarbeit oder wird als Fördermann bei der Grubenförderung verwendet, während er nach Ablegung eines Probegedinges in die Kategorie der Doppelhäuer, welche den höchsten Lohnsatz genießen, übertritt. Die Bergarbeiter einer Grube heißen in ihrer Totalität die Belegschaft derselben und bilden entweder als solche oder im Vereine mit mehrern Gruben zusammen die Knappschaft. Dieselbe — unter eigener Verwaltung eine Kasse, in welche sowohl der Arbeiter nach einem normierten Prozentsatz des Lohnverdienstes steuert, als auch der Grubeneigentümer einen entsprechenden Beitrag leistet, und welche die Arbeiter in Krankheits⸗ oder Verunglückungsfällen, als auch bei eingetretener Invalidität nach bestimmten Grundsätzen unterstützt. ö Die Bergleute werden selten alt, da die schlechte, mehrfach verdorbene Grubenluft, die Entbehrung des Sonnenlichts, der häufig grelle Wechsel der Temperaturen beim Ein⸗ und Ausfahren, die nahe Berührung mit dem oft nassen Gestein oder dem Kohlenstaube u. s. w. die Ge undheit sehr beeinträchtigen, sodaß sie bald invalid, d. ubergfertigwerden. Die Bezeichnung und Klassifikation der Bergleute nach den Verrichtungen, welche sie ausführen, ist eine verschiedene; so hat man Kunstknechte, Arbeiter bei den % r zur Bewältigung der Grubenwasser, Grubenzimmerlinge und Bergmaurer beim Ausbau und Instandhaltung der Grubenräume, Anschläger und Stürzer bei der Ausförderung der gewonnenen Massen, erstere beim Hapeli letztere beim Entleeren der Hanel Sinet aspelknechte bei Bedienung der Berghaspel, Häuer und Doppelhäuer bei der eigentlichen Gesteins-Erz⸗ und Kohlengewinnungsarbeit, sowie endli Bergschmiede beim Schärfen und Abschmieden des esamten Gezähes u. s. w. und Gezeugarbeiter bei usführung der Maschinenanlagen, überhaupt als Hauptarbeiter beim den Arbeiter onal. Aus der Kategorie der Arbeiter rekrutiert sich gewöhnlich das Aufsichtspersonal, zu welchem die Gängsteiger, die Untersteiger, Kunst⸗ und Maschinensteiger und die amasch zu rechnen sind. Nach dem Betriebsbeamten als Leiter einer Grube ist der Obersteiger der näch te Grubenunterbeamte; bei diesem wird Bergschu ildung vorausgesetzt. Unter seiner speziellen Beaufsichtigung stehen alle Gruben- und Tagearbeiter; in der Regel geschieht auch die eststellung der Gedinge und die Auslohnung der rbeiter durch ihn. Als eine Eigentümlichkeit der Bergleute ist ferner deren Anzug zu bezeichnen. Die ei entümlichen Stücke der Kleidung sind der Bergkittel, eine leichte Bluse von schwarzer oder aber Leinwand, mit weiten, um das Handgelenk aber geschlossenen Armeln, zwei Brusttaschen und fliegendem Kragen, ferner das Berg⸗ oder Arschleder, ein durch einen Gürtel um den Leib zum Schutze des Hintern gegen I gebundenes Leder, dann der Schachthut von starkem, grauem, grünem oder schwarzem Filze zum Schutze des Kopfes gegen Nässe, Stoß und —— bröckelndes Gestein; ferner gehört zur Ausrüstung des Anzugs noch das Zschärper⸗ oder Lichttäschchen, eine einfache Ledertasche mit ein, beziehungsweise zwei Messerchen.