Biedermann (Aloys Emanuel), prot. Theolog, geb. zu Winterthur 2. März 1819, studierte 1837 —1 zu Basel und Berlin Theologie, ward 1843 Pfarrer zu Münchenstein bei Basel, 1850 außerord. Professor der Theologie an der Universität Zürich und zugleich Lehrer der Religion und Philosophie am dortigen obern Gymnasium, bis er 1864 als ord. Professor theat⸗ Beden ganz an die Hochschule überging. Die theol. Bedeutung Bis besteht darin, daß er, in *1 fortbildender Weise an die Hegelsche Metaphysik anknüpfend, den Nachweis versuchte, daß der durch wissenschaftlich-kritische Verarbeitung der Schrift und Kirchenlehre gewonnene geistige Gehalt der christl. Religion mit den Resultaten einer Um läuterten Philosophie durchaus übereinstimme. Um Fereinbar Angriffen von streng kirchlicher Seite die ereinbarkeit seiner freisinnigen philos. Grundsätze mit seiner Thätigkeit als evang. Geistlicher nachlofophiet schrieb B. Die freie Theologie oder Phi205. 1 und Christentum in Streit und Friedend Tüb. 1844) und »Unsere jung uuthen eltanchauung oder der sog. neueste Pantheismuso (in er »Kirche der Gegenwarto, 1849). Sein Hauptwerk ist die Christl. Dogmatiko (Zür. 1869). Seine Stellung zur Kritik hat B. dargelegt in der Rektoratsrede: Strauß und seine Bedeutung für die Theologiev (Jahrbücher der prot. Theologiev, 1875), sein Verhältnis zu der verwandten, aber von andern philos. Grundanschauungen ausgehenden Dogmatik von Lipsius in der Rrr Kirchenzeitung (Jahrg. 1877, Nr. 2—6). Mit David Fries zusammen begründete B. 1845 die Monatsschrift „Die Kirche der Gegenwarto; an deren Stelle traten 1859 die von H. Lang (s. d.) redigierten Zeitstimmenv, die später mit der Reforme verschmol10 wurden, jedoch seit 1881 wieder selbständig ercheinen. Alle diese Zeitschriften verdanken B. wertvolle Artikel. Außerdem verdient Erwähnung sein Leitfaden für den Religionsunterricht an höhern Gymnasieno (Zur. 1859) und die Biographie seines Freundes »Heinrich Lange (Zür. 1876).