Bion, griech. Philosoph, aus Borysthenes am Eiloe von Flusse, dem heutigen Dnjepr, war klave von Hause aus, wurde aber von seinem Herrn, einem Rhetor, zum Erben eingesetzt, wandte sich dann nach Athen und schloß sich hier den Cynikern an, ging aber später von diesen zu den Grundsätzen der Cyrenaiker über. Er war mehr Sophist als Philosoph und machte in der Weise jener auch Reisen, um Ansehen und Geld zu gewinnen. Namentlich war er in Macedonien beim Könige Antigonus Gonatas und in Rhodus. Seine Schriften sind verloren, doch sind noch eine Anzahl Aussprüche von ihm erhalten, welche einen grobkörnigen Witz verraten. Er starb um die Mitte des 3. Jahrh. v. Chr. in Chalkis. Was von ihm vorhanden, ist zuletzt in Mullachs «Fragmenta philosophorum (Bd. 2, Par. 1867) zusammengestellt. Vgl. Hoogvliet, De Bione Borysthenitay (Leid. 18²⁰¹/.