FeedBlauc (Auguste Alexandre Charles)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Blauc (Auguste Alexandre Charles), namhafter franz. Kunstschriftsteller, geb. 15. Nov. 1813 zu Castres im Depart. Tarn, Bruder des vorigen, widmete sich anfangs der Kupferstecherei in Mercuris Werkstatt und schrieb später Kunstkritiken für die von seinem Bruder redigierten Journale. Infolge der Februarrevolution wurde er Oberdirektor der bildenden Künste (1848 —52), welchen Posten er auch nach dem 4. Sept. 1870 übertragen erhielt und 1871—73 verwaltete. 101 J. 1868 wurde B. Mitglied der Akademie der schönen Künste, 1876 in die Französische Akademie aufgenommen und 1878 Professor der Ästhetik am College de France. Er starb 17. Jan. 1882 zu Paris. Als Kunstschriftsteller ist er vorzüglich bekannt durch seine Mitwirkung an der Histoire des peintres de toutes les écoleso, einem in großen Dimensionen angelegten, in monatlichen Lieferungen erscheinenden Prachtwerk, das sich durch geistvolle Darstellung auszeichnet, wenn es auch in Bezug auf Gründlichkeit zu wünschen übrigläßt. Dieses Werk, welches zum weitaus größten Teile von B. herrührt, ist in 630 Lieferungen (14 Bde., 1849—75) erschienen. Von B.s übrigen Schriften sind hervorzuheben: De Paris à Venises (1858), L'uvre complet de Rembrandto (2 Bde., 1859—64; 2. Ausg., 2 Bde., 1873), Grammaire des arts du dessino (1864), Hauptwerk des Verfassers, und als Fortsetzung dazu: „Grammaire des arts décoratifso, wovon bisjetzt nur der Anfang erschienen ist unter dem Titel: L'art dans la parure et le vétementy (1874); ferner elngres, sa vie et ses ouvrageso (1870) und Les artistes de mon tempso (1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 123Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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