Bläser (Gust.), hervorragender Bildhauer, geb. in Düsseldorf 9. Mai 1813, kam 1827 zum Holzbildhauer Stephan in Köln in die Lehre, der Schnitzaltäre fertigte, und arbeitete seit 1830 als Gehilfe beim Steinbildhauer Scholl in Mainz für die Restauration des dortigen Doms. Vier — später ging B. zu Rauch nach Berlin. Eine größere Statuette der Kaiserin Alexandra Feodorowna von Rußland fand so vielen Beifall, daß er sie in Bronze allein elfmal für den russ. und preuß. Hof wiederholen mußte. Bei Rauch (den er in einer Porträtstatue darstellte) blieb er sieben Jahre und nahm an den in diese Zeit fallenden Arbeiten des Meisters, von der Dürer-Statue bis zum Friedrichs-Denkmal, teil. Aus Rom, wo er sich 1845 aufhielt, rief ihn der Auftrag, eine der acht Schloßbrückengruppen in Berlin auszuführen, der r Er bildete den Moment des Kampfes, wo der Krieger unter dem Schutze der mitstreitenden Minerva zum Anriff ausfällt. Diese gehört zu den schönsten der acht armorgruppen. Für die Kirche zu Helsingfors fertigte B. eine Kolossalstatue des Apostels Matthäus, für die Schloßkuppel in Berlin den Propheten Daniel, eine Borussia und andere Figuren für das dortige Neue Museum, 1853 die bronzene Kolossalstatue des Bürgermeisters Franke für Magdeburg, für die Friedenskirche in Potsdam die Statuen von Jeremias, Daniel und Karl d. Gr. in Sandstein. Den königl. Landsitz Charlottenhof bei Potsdam zierte er mit den Marmorhermen Dantes, Petrarcas, Ariosts und Tassos. Auch versah er Borsigs Fabrikgebäude mit Statuen und plastischem Reliefschmuck in gebranntem Thon. Daneben gelangen ihm Genredarstellungen trefflich, wie das Christkind, Weihnachtsgaben darbringend, mit dem Seitenstück des Neujahrsgratulanten. Für die Rheinbrücke in Köln arbeitete er die kolossale Reiterstatue Friedrich Wilhelms IV.; auch die bronzene Reiterstatue Friedrich Wilhelms III. in Köln ist von ihm. Zu den vielen Büsten, die B. Minine hat, ören die des Kaisers Wilhelm, der Minister von vensleben und von der Heydt, der Architekten Mellin und Stier, die von Richartz in Köln u. s. w. B. starb zu Canstatt 20. April 1874.