Bleek (Friedr.), deutscher Bibelforscher, geb. 4. Juli 1793 zu Ahrensböck im Holsteinischen, studierte seit 1812 zu Kiel und Berlin Theologie, ward hier 1818 Repetent, 1821 Privatdocent, 1823 außerord. Professor. Im J. 1829 als ord. Professor nach Bonn berufen, wirkte er hier bis an seinen Tod, 27. Febr. 1859. B.s Schriften erstrecken sich vor-Lenungew auf die biblische Exegese, Kritik und Eineitungswissenschaft und sind durch kritischen Scharfsinn, exegetischen Takt und warme Begeisterung für das Chrätentum ausgezeichnet. Sein Hauptwerk ist »Der Brief an die Hebräer» (2 Abteil. in 3Bdn., Berl. 1828—40); einen zum Teil berichtigten Auszug desselben bilden die Vorlesungen B.s über den Hebräerbrief (herausg. von Aug. H , — 7 1868). In den „Beiträgen zur Evangelienkritiko Foha 1846) sucht B. unter anderm die Echtheit des ohanneischen Evangeliums gegen die neuere Kritik, besonders die der Tübinger Schule, zu verteidi⸗ — Nach seinem Tode erschienen Einleitung in as Alte Testament» (herausg. von Johann Friedrich B. und Kamphausen, Berl. 1860; 4. Aufl., besorgt von Wellhausen, Berl. 1878), Einleitung in das Neue Testamente (herausg. von Johann Friedrich B., Berl. 1862; 3. Aufl., besorgt von Mangold, Berl. 1875), Synoptische Erklärung der drei ersten Evangelieno (herausg. von Holtzmann, 2 Bde., Lpz. 1862),Vorlesungen über die Apokalypses (herausg. von Hoßbach, Berl. 1862) sowie (Vorlesungen über die Briefe an die Kolosser, den Philemon und die Ephesiere (herausg. von Friedr. Nitzsch, Berl. 1865). Von seinen Söhnen hat sich Wilh. Heinr. Immanuel Bleek (s. d.) als Linguist einen Namen erworben. Ein zweiter, Johannes Friedrich B., geb. 9. Mai 1835, gest. 3. Aug. 1869 als Pfarrer zu Winterburg dei Sobernheim, machte sich durch Herausgabe von Vorlesungen seines Vaters und von Rich. Rothes «Nachgelassenen Predigteno (Bd. 3, Elberf. 1869) bekannt. Der jüngste Sohn, Hermann B., schrieb interessante „Skizzen aus dem V3 und sozialen Leben in den La-Plata-Staaten» (Bonn 1869).